Was unter Atemschutz verstanden wird
Zum Atemschutz zählen Schutzgeräte, die das Einatmen belasteter Luft verhindern oder reduzieren. Dazu gehören filtrierende Systeme für bestimmte Stoffarten sowie Geräte mit unabhängiger Atemluftversorgung für Situationen, in denen Filterlösungen nicht ausreichen oder nicht geeignet sind. Die Auswahl richtet sich nach Art, Konzentration und Form der Belastung sowie nach den Arbeitsbedingungen.
Typische Einsatzsituationen im Arbeitsumfeld
Atemschutz wird bei Tätigkeiten mit Staub, Rauch, Nebel, Dämpfen oder Gasen eingesetzt, etwa bei Schleif-, Beschichtungs-, Reinigungs-, Schweiss- oder Instandhaltungsarbeiten. Er kommt auch bei kurzzeitigen Arbeiten zum Einsatz, bei denen eine technische Erfassung an der Quelle nicht praktikabel ist. In abgeschlossenen oder schwer belüfteten Bereichen sind die Anforderungen an den Atemschutz in der Regel höher als in offenen Arbeitszonen.
Gerätearten und Auswahlkriterien
In der Praxis wird zwischen filtrierendem Atemschutz und umluftunabhängigem Atemschutz unterschieden. Filtrierende Systeme sind für definierte Stoffarten ausgelegt, während umluftunabhängige Geräte dann relevant werden, wenn die Umgebungsatmosphäre selbst ungeeignet ist. Für die Auswahl sind unter anderem Dichtsitz, Tragezeit, körperliche Belastung, Sichtfeld, Kommunikation sowie die Kombination mit Augen-, Gesichts- oder Kopfschutz zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Absaugung, Lüftung und anderen Leistungen
Atemschutz unterscheidet sich von Abgasabsaugung, Abluftabsauganlagen, Absaugarmen für Punktabsaugung oder Luftfiltern dadurch, dass nicht die Luft im Raum oder an der Emissionsquelle behandelt wird, sondern die einzelne arbeitende Person geschützt wird. Er ersetzt technische Massnahmen zur Luftreinhaltung nicht, sondern ergänzt sie dort, wo Restbelastungen bestehen oder Arbeiten nur temporär stattfinden. Von Zutritts- oder Prozessschutz wie Explosionsschutz ist Atemschutz ebenfalls abzugrenzen, weil er auf die inhalative Exposition ausgerichtet ist.