Erfassung und Abscheidung von Overspray
Beim Auftragen von Beschichtungen mit Spritzverfahren gelangt ein Teil des Materials nicht auf das Werkstück, sondern als Farbnebel in die Umgebung. Farbnebel-Absauganlagen führen diese belastete Luft gezielt ab und trennen den Partikelanteil über geeignete Abscheidesysteme ab. Dadurch werden Ablagerungen im Arbeitsbereich reduziert und die Luftführung im Lackierprozess stabilisiert. Die konkrete Auslegung richtet sich nach Spritzverfahren, Materialauftrag, Werkstückgrösse und Luftmenge.
Typische Einsatzbereiche in Lackier- und Beschichtungsprozessen
Eingesetzt werden Farbnebel-Absauganlagen in manuellen und automatisierten Lackierbereichen, etwa bei Serienbeschichtungen, in Werkstätten oder in Anlagen für Oberflächenbehandlung. Häufige Anwendungen sind Lackierungen von Metall-, Holz-, Kunststoff- oder Verbundteilen. Auch bei kleineren Spritzarbeitsplätzen ist eine geführte Erfassung sinnvoll, wenn wiederkehrend Overspray entsteht. Je nach Prozess kann die Anlage Teil einer Lackierkabine, einer Spritzwand oder einer kompletten Zu- und Abluftlösung sein.
Bauformen und technische Ausprägungen
Farbnebel-Absauganlagen werden mit unterschiedlichen Luftführungen und Abscheideprinzipien aufgebaut. Verbreitet sind trockene Filtersysteme sowie nass arbeitende Systeme, bei denen Farbpartikel in einem Medium gebunden werden. Die Erfassung kann von hinten, seitlich, von unten oder in einer kombinierten Luftströmung erfolgen, abhängig von Werkstückgeometrie und Arbeitsweise. In der Praxis werden Anlagen oft mit Vorfiltration, Nachfiltration und abgestimmter Abluftführung kombiniert.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Luftreinhaltung
Im Unterschied zu allgemeinen Abluftabsauganlagen sind Farbnebel-Absauganlagen speziell auf klebrige oder ablagerungsanfällige Beschichtungspartikel aus Spritzprozessen ausgelegt. Gegenüber Absaugarmen für Punktabsaugung erfassen sie meist grössere Arbeitszonen oder vollständige Lackierbereiche. Von Entstaubungsanlagen unterscheiden sie sich durch den Fokus auf Overspray statt auf trockene Stäube, und von Abgasabsaugung durch die Art der Emissionen. Wenn neben Partikeln auch lösemittelhaltige Bestandteile relevant sind, wird die Anlage häufig mit weiterer Ablufttechnik oder zusätzlichen Filterstufen abgestimmt.