Funktionsprinzip von Luftwäschern in der Abluftreinigung
Bei einem Luftwäscher wird der verschmutzte Luftstrom intensiv mit einer Flüssigkeit in Kontakt gebracht. Schadstoffe gehen dabei teilweise in die Flüssigkeit über, werden gebunden oder als Tröpfchen und Partikel abgeschieden. Je nach Bauart erfolgt dieser Kontakt über Sprühzonen, Füllkörper, Venturi-Stufen oder andere Nassabscheideprinzipien. Nach der Waschstufe wird mit Tropfenabscheidern verhindert, dass Flüssigkeit mit der gereinigten Abluft ausgetragen wird.
Typische Einsatzbereiche in der Luftreinhaltung am Arbeitsplatz
Luftwäscher werden bei Abluft aus Produktions- und Verfahrensschritten eingesetzt, bei denen wasserlösliche oder chemisch reagierende Stoffe anfallen. Dazu gehören unter anderem saure oder alkalische Dämpfe, feine Nebel, Aerosole sowie klebrige oder feuchte Partikel, die trockene Filtersysteme stark belasten können. Typische Umfelder sind Oberflächenbehandlung, chemische Prozesse, Materialbehandlung oder Anlagen mit korrosiver Abluft. In solchen Anwendungen ist der Luftwäscher Teil der technischen Luftreinhaltung am Arbeitsplatz und an die jeweilige Emissionsart angepasst.
Bauarten und auslegungsrelevante Unterschiede
Luftwäscher werden in unterschiedlichen Ausführungen geplant, je nach Stoffart, Konzentration, Temperatur und Feuchte der Abluft. Verbreitet sind einfache Sprühwäscher, mehrstufige Nasswäscher, Füllkörperwäscher und Venturiwäscher für höhere Abscheideanforderungen bei feinen Partikeln oder Nebeln. Je nach Anwendung kann die Waschflüssigkeit nur umgewälzt oder chemisch konditioniert werden, etwa zur Neutralisation bestimmter Bestandteile. Auch Werkstoffe, Korrosionsbeständigkeit, Wartungszugang und Umgang mit dem anfallenden Waschwasser gehören zur Auslegung.
Abgrenzung zu Luftfiltern, Elektrofiltern und Absaugsystemen
Luftwäscher behandeln den bereits erfassten Abluftstrom nasstechnisch. Sie unterscheiden sich damit von Absaugsystemen wie Abgasabsaugung, Abluftabsauganlagen oder Absaugarmen für Punktabsaugung, deren Aufgabe in erster Linie die Erfassung der Emission an der Quelle ist. Gegenüber Luftfiltern und Elektrofiltern liegt der Unterschied darin, dass Luftwäscher nicht trocken abscheiden, sondern mit einer Flüssigkeit arbeiten und dadurch auch bestimmte Gase oder chemisch belastete Nebel behandeln können. Leistungen wie Geruchsneutralisation, Luftdesinfektion oder Klimatisierung verfolgen wiederum andere Ziele als die eigentliche Nassreinigung von Arbeitsplatzabluft.