Was Drehzahlwächter und Stillstands-Wächter überwachen
Die Geräte prüfen Bewegungszustände von rotierenden Komponenten anhand von Impulsen, Frequenzen oder sensorisch erfassten Umdrehungen. Ein Drehzahlwächter vergleicht den gemessenen Wert mit vorgegebenen Grenzbereichen, etwa bei Unter- oder Überdrehzahl. Ein Stillstands-Wächter erkennt, ob eine Bewegung ausbleibt oder nachläuft, obwohl ein definierter Betriebszustand etwas anderes erwarten lässt. Je nach Ausführung wird bei Abweichungen ein Relais geschaltet, eine Meldung ausgegeben oder eine übergeordnete Steuerung informiert.
Typische Anwendungen in Energie- und Umweltanlagen
Eingesetzt werden solche Überwachungen unter anderem an Förderbändern, Schnecken, Ventilatoren, Pumpenantrieben, Rührwerken, Zentrifugen oder Aggregaten mit rotierenden Teilen. In Wasser-, Abwasser-, Recycling-, Biogas-, Fernwärme- oder Verbrennungsanlagen lassen sich damit blockierte Antriebe, Riemenschlupf, Wellenbruch, Motorstillstand oder unzulässige Drehzahlabweichungen erkennen. Auch bei sicherheitsrelevanten Nachlaufzeiten, etwa an mechanisch trägheitsbehafteten Maschinenteilen, kann eine Stillstandserkennung für Freigaben oder Verriegelungen verwendet werden.
Geräteausführungen und Überwachungsfunktionen
Die Ausprägung reicht von einfachen Grenzwertgeräten bis zu parametrierbaren Überwachungsmodulen. Verarbeitet werden können Signale von induktiven, magnetischen oder optischen Sensoren sowie Impulsgebern und anderen Drehzahlsignalen. Üblich sind Funktionen wie Unterdrehzahlüberwachung, Überdrehzahlüberwachung, Fensterauswertung, Schlupfüberwachung, Anlaufüberbrückung oder einstellbare Verzögerungen zur Vermeidung von Fehlmeldungen beim Start und Stopp. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Antrieb, Messprinzip, Umgebungseinflüssen und Einbindung in die Steuerung.
Abgrenzung zu anderen Warn- und Überwachungssystemen
Drehzahlwächter und Stillstands-Wächter sind innerhalb der Alarme, Überwachungen und Warnsysteme auf die Bewegung rotierender Teile spezialisiert. Sie unterscheiden sich von Strömungswächtern, die den Durchfluss eines Mediums überwachen, und von Leermeldern oder Vollmeldern, die Füllstände erfassen. Gegenüber Betriebsdatenerfassungsgeräten und Störmeldegeräten steht nicht die Protokollierung im Vordergrund, sondern die direkte Zustandsüberwachung mit definierten Schaltschwellen. Alarmierungssysteme übernehmen dagegen in der Regel nur die Weitergabe einer bereits erkannten Meldung.