Funktionsprinzip beim Spritzblasen
Beim Spritzblasen entsteht der Vorformling zuerst in einer Spritzstation. Dieser wird anschliessend in ein Blaswerkzeug überführt und mit Druckluft an die Formkontur angelegt. So lassen sich Hohlkörper mit genau ausgebildeten Mündungen, guter Reproduzierbarkeit und ohne nachträgliches Beschneiden am Flaschenhals herstellen. Das Verfahren ist für diskrete Formteile ausgelegt und nicht für kontinuierliche Extrusionsprozesse.
Typische Produkte und Einsatzfelder
Spritzblasmaschinen werden für kleinere bis mittlere Hohlkörper eingesetzt, etwa für Flaschen, Behälter, Dosiergebinde oder technische Verpackungsteile. Relevant ist das Verfahren bei Produkten mit hohen Anforderungen an Dichtflächen, Gewinde, Masshaltigkeit und optische Qualität. Einsatzfelder finden sich unter anderem in der Verpackungsherstellung sowie in Bereichen, in denen standardisierte Behältergeometrien verarbeitet werden.
Maschinenkonzepte und verfahrenstechnische Ausprägungen
Je nach Auslegung arbeiten Spritzblasmaschinen mit unterschiedlichen Stationen für Spritzen, Konditionieren, Blasen und Entformen. Die konkrete Maschinenkonfiguration richtet sich nach Teilegeometrie, Kavitätenzahl, Materialverhalten und Ausbringungsanforderung. In der Praxis werden sie für verschiedene thermoplastische Werkstoffe genutzt, sofern diese sich für die Bildung und das anschliessende Aufblasen eines Vorformlings eignen. Massgeblich sind dabei die Temperaturführung des Vorformlings und die Abstimmung zwischen Spritz- und Blasprozess.
Abgrenzung zu anderen Maschinen der Blasformtechnologie
Spritzblasmaschinen unterscheiden sich von Extrusionsblasmaschinen dadurch, dass der Vorformling nicht als kontinuierlicher Schlauch aus einem Extruder austritt, sondern eingespritzt wird. Gegenüber Streckform-Blasmaschinen steht hier nicht das axiale und radiale Verstrecken eines vorgefertigten Preforms im Vordergrund, sondern das direkte Spritzblasen des Vorformlings. Von allgemeinen Blasanlagen, Blasformanlagen oder Flaschenblasanlagen grenzt sich die Leistung durch dieses spezifische Verfahrensprinzip ab. Extruder und Extrusionsanlagen gehören zwar zur gleichen übergeordneten Technologieebene, erfüllen jedoch eine andere Funktion im Prozess.