Was zur Fütterung von Rindvieh gehört
Fütterung bezeichnet im Rindvieh nicht nur das Verabreichen von Futter, sondern die gesamte Rationsgestaltung. Dazu gehören die Auswahl geeigneter Futtermittel, die Beurteilung von Qualität und Konservierung, die Verteilung über den Tag sowie die Anpassung an Tiergruppe und Nutzungsrichtung. Neben Grundfutter und Ergänzungsfutter ist auch die ausreichende Wasserversorgung Teil einer funktionierenden Fütterung.
Fütterung nach Tiergruppe und Produktionsziel
Der Futterbedarf unterscheidet sich deutlich zwischen Kälbern, Aufzucht, Milchkühen, Mutterkühen und Masttieren. Bei Milchkühen steht eine leistungsgerechte Ration im Vordergrund, bei Aufzucht und Mast die bedarfsgerechte Entwicklung, und bei Mutterkühen die Versorgung passend zu Trächtigkeit, Laktation und Weidephase. Auch saisonale Unterschiede wie Stallfütterung im Winter oder Weideergänzung im Sommer prägen die praktische Ausgestaltung.
Grassilage, Maissilage und Eiweisskonzentrat in der Ration
Grassilage und Maissilage sind typische Bestandteile des Grundfutters, unterscheiden sich jedoch in Zusammensetzung und Einsatz innerhalb der Ration. Grassilage wird häufig zur Versorgung mit strukturiertem Grundfutter genutzt, während Maissilage vielfach als energiereicher Futterbaustein eingesetzt wird. Eiweisskonzentrat dient als Ergänzung, wenn der Bedarf mit dem vorhandenen Grundfutter nicht ausreichend gedeckt wird oder die Ration gezielt ausgeglichen werden soll.
Abgrenzung zu Haltung, Zucht und Produkten
Innerhalb der Hierarchie gehoert die Fütterung zum Bereich Rindvieh in der Tierproduktion. Sie unterscheidet sich von der Haltung, die sich mit Stall, Platzangebot, Klima und Tierumgebung befasst, sowie von der Zucht, die auf genetische Merkmale und Zuchtziele ausgerichtet ist. Gegenüber dem Bereich Produkte beschreibt Fütterung nicht das erzeugte Resultat wie Milch oder Fleisch, sondern die Versorgung der Tiere als betriebliche Leistung.