Funktion und Aufgaben von Dosiersteuerungen
Eine Dosiersteuerung übernimmt die logische und zeitliche Führung eines Dosiervorgangs. Sie schaltet beispielsweise Pumpen, Ventile, Schnecken oder andere Dosiereinheiten an und aus, vergleicht Ist- und Sollwerte und beendet die Zugabe beim definierten Zielwert. Zusätzlich können Sperrbedingungen, Reihenfolgen, Nachlaufkorrekturen oder Freigaben aus vorgelagerten und nachgelagerten Anlagenteilen berücksichtigt werden. Damit ist die Steuerung nicht das Dosieraggregat selbst, sondern die Instanz, die den Vorgang koordiniert.
Typische Anwendungen in der Lebensmittelverarbeitung
Eingesetzt werden Dosiersteuerungen überall dort, wo Rohstoffe oder Hilfsstoffe reproduzierbar zugegeben werden müssen. Dazu gehören unter anderem Mischprozesse, Chargenansätze, Abfülllinien sowie die Zugabe von Flüssigkeiten, Pulvern, Granulaten oder Konzentraten. Auch bei mehrstufigen Rezepturen, bei denen einzelne Komponenten in fester Reihenfolge oder in bestimmten Mengenverhältnissen eingebracht werden, ist eine abgestimmte Steuerlogik erforderlich. In kontinuierlichen Prozessen liegt der Schwerpunkt eher auf dem Zusammenspiel mit Durchsatz und Takt, in chargenweisen Prozessen stärker auf Sollmengen und Rezepturführung.
Ausprägungen nach Dosierprinzip und Steuerlogik
Dosiersteuerungen lassen sich nach dem verwendeten Dosierprinzip unterscheiden. Üblich sind zeitgesteuerte Lösungen, volumetrische Dosierungen über definierte Fördermengen sowie gravimetrische Varianten mit Gewichtserfassung. Daneben gibt es einkanalige Steuerungen für einen einzelnen Dosierpunkt und mehrkanalige Ausführungen für mehrere Komponenten innerhalb eines Rezepts. Je nach Anlage arbeiten sie als eigenständige Steuerung an einer Dosiereinheit oder als Teil einer übergeordneten Automationslösung mit Schnittstellen zu Waagen, Sensoren, Bediengeräten und Leitsystemen.
Abgrenzung zu Prozesssteuerung, Relais und Lichtschranken
Innerhalb der Hierarchie unter Schalter, Schranken und Steuerungen bezeichnet Dosiersteuerung eine klar umrissene Steuerfunktion für die Mengenabgabe. Sie unterscheidet sich von einer elektronischen Prozesssteuerung dadurch, dass sie nicht den gesamten Produktionsablauf einer Anlage abbildet, sondern den Dosierschritt selbst führt oder in einen grösseren Ablauf einbindet. Relais sind einzelne Schaltkomponenten und keine vollständige Dosierlogik. Lichtschranken erfassen Objekte oder Positionen, können einer Dosiersteuerung Signale liefern, ersetzen diese aber nicht. Eine Filtratsteuerung ist dagegen auf Filtrationsprozesse ausgerichtet und nicht allgemein auf die Dosierung von Stoffen.