Was unter Farb-Spritzgeräten zu verstehen ist
Farb-Spritzgeräte zerstäuben flüssige Beschichtungsstoffe und bringen sie als Spritzstrahl auf Werkstücke auf. Je nach Bauart erfolgt die Zerstäubung über Druckluft, hohen Materialdruck oder kombinierte Verfahren. Zum Leistungsumfang gehören in der Praxis das Spritzgerät selbst sowie je nach Ausführung Komponenten wie Pistole, Düse, Schlauch, Druckbecher oder Materialzufuhr.
Einsatz bei Metallteilen, Konstruktionen und Serienarbeiten
In der Metallbranche werden Farb-Spritzgeräte für einzelne Bauteile, geschweisste Konstruktionen, Profile, Gehäuse oder kleinere Serien verwendet. Typische Anwendungen sind Grundierungen, Decklacke und andere flüssige Beschichtungen auf Stahl, Aluminium oder verzinkten Oberflächen. Sie kommen sowohl in Werkstätten mit wechselnden Werkstücken als auch in Prozessen zum Einsatz, in denen eine reproduzierbare Oberflächenqualität gefordert ist.
Bauarten und Auswahl nach Material, Oberfläche und Prozess
Gebräuchlich sind konventionelle Druckluft-Spritzgeräte, Airless-Geräte, luftunterstützte Systeme und je nach Anwendung auch elektrostatische Ausführungen. Die Auswahl hängt unter anderem von Viskosität des Materials, gewünschter Schichtdicke, Oberflächenbild, Werkstückgeometrie und Reinigungsaufwand ab. Für feine Oberflächen werden andere Gerätekonzepte eingesetzt als für hohe Flächenleistung oder grössere Schichtstärken.
Abgrenzung zu Pumpen, Beschichtungsanlagen und Drucklufttechnik
Farb-Spritzgeräte sind auf den eigentlichen Spritzauftrag ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von Pumpen dadurch, dass nicht die reine Materialförderung, sondern die Applikation am Werkstück im Zentrum steht. Gegenüber Beschichtungsanlagen sind sie die einzelne Auftragskomponente und nicht die vollständige Prozesslinie. Von Kompressoren, Druckluftsystemen und Pressluft-Aggregaten grenzen sie sich ab, weil diese die Medienversorgung bereitstellen, aber kein Farbauftragssystem sind. Zweikomponenten-Spritzgeräte bilden einen eigenen Bereich, wenn Materialkomponenten erst vor dem Auftrag gemischt oder getrennt gefördert werden.