Getrennte Förderung und präzise Vermischung
Bei Zweikomponenten-Systemen werden zwei Reaktionspartner aus getrennten Gebinden oder Versorgungseinheiten gefördert und erst im Gerät oder direkt vor dem Austrag gemischt. Entscheidend sind ein reproduzierbares Mischverhältnis, gleichmässige Materialförderung und eine Auslegung, die zur Reaktivität und Viskosität des Beschichtungsstoffs passt. Je nach System erfolgt die Mischung statisch oder dynamisch. Auch Spül- und Reinigungsabläufe sind Teil der Ausrüstung, weil ausreagiertes Material Leitungen, Mischer oder Düsen blockieren kann.
Einsatz bei reaktiven Beschichtungsstoffen in der Metallverarbeitung
Solche Anlagen werden eingesetzt, wenn Metallteile mit zweikomponentigen Lacken, Schutzschichten oder funktionalen Beschichtungen versehen werden. Typische Anwendungen finden sich bei Korrosionsschutz, industriellen Lackaufbauten sowie bei Beschichtungen mit erhöhten Anforderungen an Haftung, Chemikalienbeständigkeit oder Schichtaufbau. Die Technik ist besonders dann relevant, wenn vorgemischte Materialien wegen begrenzter Topfzeit nicht sinnvoll bereitgestellt werden können oder wenn grössere Materialmengen kontinuierlich verarbeitet werden.
Systemausführungen nach Dosierung, Mischprinzip und Austrag
Zweikomponenten-Anlagen unterscheiden sich unter anderem nach der Art der Dosierung, dem Mischort und dem Austragsverfahren. Es gibt Lösungen mit volumetrischer Abstimmung der Komponenten sowie Systeme mit einstellbarer Verhältnisregelung für definierte Materialkombinationen. Beim Austrag kommen je nach Material und Oberflächenanforderung unterschiedliche Spritzverfahren in Frage. Weitere Unterschiede betreffen die Materialerwärmung, die Anzahl der Versorgungseinheiten, die Spüleinrichtung und den Grad der Automatisierung.
Abgrenzung zu Pumpen, Mischgeräten und Farb-Spritzgeräten
Innerhalb der Kategorie Farbe, Beschichtung, Pumpen und Spritzen bilden Zweikomponenten-Pumpen und Zweikomponentenspritzgeräte eine eigene Gruppe für reaktive Mehrkomponentenmaterialien. Gegenüber allgemeinen Pumpen liegt der Schwerpunkt nicht nur auf der Förderung, sondern auf dem abgestimmten Zusammenspiel von zwei Materialströmen. Im Unterschied zu Farb-Spritzgeräten ist die Verhältnisbildung der Komponenten integraler Teil des Systems. Von Farbmischanlagen und Mischgeräten grenzen sie sich dadurch ab, dass die Mischung anwendungsgerecht mit der Förderung und Applikation gekoppelt ist und nicht bloss der Materialvorbereitung dient.