Lagerung von Stangen, Profilen und Rohren
Langgutlagertechnik ist auf Güter ausgelegt, deren Länge die Handhabung und Lagerung gegenüber Standardwaren deutlich verändert. Dazu zählen unter anderem Vollmaterial, Hohlprofile, Rohre, Schienen oder Träger. Die Systeme müssen Lasten sicher aufnehmen, Durchbiegung begrenzen und einzelne Artikel oder Bundware geordnet lagern. Je nach Aufbau unterstützen sie die chaotische oder feste Lagerplatzverwaltung sowie die materialschonende Entnahme.
Typische Einsatzbereiche in der Metallverarbeitung
Eingesetzt wird Langgutlagertechnik in Stahl- und Metallhandelslagern, in Schlossereien, im Profil- und Rohrhandel sowie in Betrieben mit Zuschnitt oder Vormateriallager. Sie kommt dort zum Einsatz, wo unterschiedliche Längen und Querschnitte bevorratet und bedarfsgerecht an Sägen, Bearbeitungsplätze oder Kommissionierzonen bereitgestellt werden. Relevant ist sie besonders bei begrenzter Hallenfläche, bei hohen Artikelzahlen oder bei schweren und unhandlichen Materialien.
Systemarten und Ausprägungen
Zur Langgutlagertechnik gehören unter anderem Kragarmregale, Kassettenlager, ausziehbare Lagerfächer und andere auf Langmaterial abgestimmte Regalsysteme. Die Bedienung kann manuell, mit Stapler, mit Kran oder teilautomatisiert erfolgen. Bei höherem Materialumschlag werden Lager und Bereitstellung oft so ausgelegt, dass sie an interne Transportmittel oder an Zuschnittprozesse anschliessen. Welche Ausprägung geeignet ist, hängt von Lastklassen, Materialabmessungen, Zugriffshäufigkeit und der gewünschten Entnahmesicherheit ab.
Abgrenzung zu Coillager, Förderanlagen und allgemeinen Lagereinrichtungen
Innerhalb der Kategorie Transport und Lagerung bezeichnet Langgutlagertechnik speziell die Lagerung länglicher Metallprodukte. Sie unterscheidet sich von Coillagern, die für gewickeltes Bandmaterial ausgelegt sind, und von Lagerbehältern, die Stückgut oder Schüttgut aufnehmen. Förderanlagen und Transportanlagen dienen primär dem innerbetrieblichen Bewegen von Material, nicht dessen strukturierter Bevorratung. Gegenüber allgemeinen Lagereinrichtungen ist Langgutlagertechnik stärker auf Längsabmessung, Auskragung, Entnahme entlang der Materialachse und auf die sichere Auflage über mehrere Punkte ausgerichtet.