Welche Schutzfunktionen bei Solaranlagen abgedeckt werden
Bei Solaranlagen wird zwischen äusserem und innerem Blitzschutz unterschieden. Der äussere Blitzschutz soll direkte Einschläge kontrolliert ableiten, etwa über Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdung. Der innere Blitzschutz reduziert die Auswirkungen von Blitzströmen und Schaltüberspannungen innerhalb der elektrischen Anlage, beispielsweise durch Potentialausgleich und abgestimmte Überspannungsschutzeinrichtungen. Bei Photovoltaikanlagen betrifft dies insbesondere Stringleitungen, Wechselrichteranschlüsse und Kommunikationsverbindungen; bei Solarthermieanlagen zusätzlich Regelungskomponenten, Fühler und Pumpentechnik.
Typische Einbausituationen auf Dach, Fassade und Freifläche
Blitzschutz wird bei aufgeständerten Flachdachanlagen, Indach- und Aufdachsystemen, Fassadenlösungen sowie bei freistehenden Solarfeldern unterschiedlich umgesetzt. Relevant sind unter anderem die Höhe und Lage des Gebäudes, metallische Bauteile in der Nähe der Anlage, die Länge der Leitungswege sowie die Einführung der Leitungen ins Gebäude. Auch bei Nachrüstungen ist zu prüfen, wie die Solaranlage in bestehende Erdungs- und Schutzkonzepte eingebunden werden kann, ohne neue Risikoübergänge zu schaffen.
Ausprägungen von Blitzschutz im Solarzubehör
Im Solarzubehör umfasst Blitzschutz sowohl bauliche als auch elektrotechnische Komponenten. Dazu zählen je nach Ausführung Fangeinrichtungen, Trennungs- und Befestigungselemente, Erdungsbauteile sowie Überspannungsschutz für DC-, AC- und Datenleitungen. Die Auswahl hängt davon ab, ob eine Anlage Teil eines vorhandenen Gebäudeblitzschutzes ist oder ein eigenständiges Schutzkonzept benötigt. Bei Photovoltaik stehen häufig Generatorfeld, Strings und Wechselrichter im Fokus, während bei solarthermischen Anlagen auch die Anbindung der Regel- und Umwälztechnik zu berücksichtigen ist.
Abgrenzung zu Feuerwehrschalter, Messgeräten und Wechselrichtern
Blitzschutz gehört innerhalb der Solarenergie zum Zubehör, weil er die Schutzfunktion rund um die Anlage ergänzt, aber keine Energie umwandelt oder Betriebsdaten erfasst. Ein Feuerwehrschalter dient der sicheren Abschaltung oder Trennung bestimmter Stromkreise im Einsatzfall; er ersetzt keinen Überspannungs- oder Blitzschutz. Messgeräte, Datenlogger und Zähler überwachen Zustände und Erträge, greifen jedoch nicht in die Ableitung von Blitzströmen ein. Wechselrichter wandeln Strom um und können Schutzfunktionen integrieren, bilden aber nicht das eigentliche Blitzschutzsystem.