Rückhalt von kontaminiertem Löschwasser
Löschwassersperren sind bauliche oder technische Einrichtungen zum zeitweisen Absperren von Entwässerungswegen. Ihr Zweck ist nicht die Brandbekämpfung selbst, sondern die Begrenzung der Ausbreitung von Löschwasser, das mit Chemikalien, Betriebsstoffen, Rauchpartikeln oder gelagerten Stoffen belastet sein kann. Die Sperre schafft ein Rückhaltevolumen, bis das Wasser kontrolliert abgepumpt, behandelt oder entsorgt werden kann.
Typische Einbauorte im Hochbau
Eingesetzt werden Löschwassersperren vor allem in Gebäuden und Arealen mit erhöhtem Risiko für verunreinigtes Löschwasser. Dazu zählen Lagerbereiche, Werkhöfe, Produktionszonen, Technikräume, Umschlagflächen und Tiefgaragen mit sensibler Entwässerung. Je nach Entwässerungskonzept sitzen sie direkt am Bodenablauf, in Entwässerungsrinnen, an Rohrleitungen oder an Gebäudeöffnungen, über die Wasser austreten könnte.
Ausführungen und Auslösearten
Löschwassersperren kommen in unterschiedlichen Bauformen vor. Üblich sind fest integrierte Absperrelemente in Schächten oder Leitungen, verschliessbare Rinnensysteme sowie mobile Barrieren für Türen, Tore und Zufahrten. Die Auslösung kann manuell erfolgen oder an eine technische Steuerung gekoppelt sein, etwa wenn im Ereignisfall Entwässerungswege gezielt geschlossen werden. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Abflusswegen, Rückhaltebedarf und betrieblicher Nutzung ab.
Abgrenzung zu anderen Feuerlöscheinrichtungen
Innerhalb der Feuerlöscheinrichtungen gehören Löschwassersperren zur Infrastruktur rund um den Brandfall, nicht zur Bereitstellung des Löschmittels. Im Unterschied zu Feuerhahnen, Feuerlöschposten oder Feuerlösch-Reservoirs liefern sie kein Wasser für die Brandbekämpfung. Gegenüber Feuersperren ist die Funktion ebenfalls anders: Feuersperren begrenzen die Ausbreitung von Feuer oder Rauch, Löschwassersperren begrenzen die Ausbreitung des eingesetzten Löschwassers.