Funktion von Notleitern und Nottreppen im Gebäude
Notleitern und Nottreppen dienen der Evakuation und der Erreichbarkeit im Notfall. Sie werden an Fassaden, Schächten, Technikbereichen, Dachzugängen oder als separate Fluchttreppen angeordnet. Im Unterschied zu gewöhnlichen Treppen oder Leitern sind sie auf eine Nutzung unter ausserordentlichen Bedingungen ausgelegt, etwa bei Rauch, gesperrten Innenwegen oder einem Ausfall einzelner Gebäudeteile.
Typische Einsatzorte und bauliche Situationen
Eingesetzt werden sie bei Gebäuden mit erhöhtem Fluchtbedarf, bei nach aussen geführten Rettungswegen sowie bei Anlageteilen, die nicht über einen direkten sicheren Ausgang verfügen. Dazu gehören unter anderem Technikaufbauten, industrielle Einrichtungen, mehrgeschossige Bauten mit externen Fluchtwegen oder Bereiche, in denen ein zweiter Rettungsweg baulich erforderlich ist. Auch bei Umbauten können Notleitern oder Nottreppen eine Lösung sein, wenn innenliegende Erschliessungen nicht erweitert werden können.
Ausführungen von fest montierten Fluchtwegen
Zu den Ausführungen zählen fest montierte Steigleitern, Leiteranlagen mit Rückenschutz, Podestlösungen sowie aussenliegende Nottreppen aus Metall oder anderen geeigneten Baustoffen. Die Wahl hängt von Gebäudehöhe, Nutzerkreis, Zugänglichkeit, Platzverhältnissen und dem vorgesehenen Rettungsszenario ab. Bei Nottreppen stehen Laufbreite, Austrittsstellen und die Anbindung an Sammel- oder Aussenbereiche im Vordergrund, während bei Notleitern vor allem der sichere Auf- und Abstieg aus klar definierten Positionen relevant ist.
Abgrenzung zu Feuerlöscheinrichtungen und verwandten Leistungen
Innerhalb der hierarchischen Einordnung bei Feuerlöscheinrichtungen werden Notleitern und Nottreppen als Einrichtungen für den Ereignisfall mitgeführt. Fachlich unterscheiden sie sich jedoch klar von Feuerhahnen, Feuerlöschposten, Feuerlöschapparate oder Feuerlösch-Reservoirs: Diese dienen der Brandbekämpfung oder Löschwasserversorgung, Notleitern und Nottreppen hingegen der Flucht und Rettung. Sie sind damit näher am baulichen Rettungsweg als an eigentlichen Löschanlagen.