Wie Kleinkläranlagen häusliches Abwasser behandeln
Kleinkläranlagen sind für die dezentrale Reinigung von Schmutzwasser aus Gebäuden ausgelegt. Je nach System erfolgt zuerst eine mechanische Vorbehandlung, bei der Feststoffe zurückgehalten oder abgesetzt werden. Danach wird das Abwasser biologisch weiterbehandelt, indem gelöste organische Bestandteile abgebaut werden. Aufbau, Bemessung und Betriebsweise richten sich nach der Nutzung des Gebäudes, der anfallenden Abwassermenge und den örtlichen Anforderungen an Einleitung oder Ableitung.
Einsatzorte bei fehlendem Kanalanschluss
Typische Einsatzorte sind Wohnhäuser, Landwirtschaftsbetriebe, Nebengebäude, abgelegene Liegenschaften oder kleinere Gebäudeeinheiten ausserhalb erschlossener Siedlungsgebiete. Kleinkläranlagen werden dort eingesetzt, wo eine Erschliessung über das öffentliche Netz technisch, wirtschaftlich oder topografisch nicht naheliegt. Auch bei bestehenden Gebäuden kann eine dezentrale Lösung relevant sein, wenn ein Anschluss nur mit grossem baulichem Aufwand möglich wäre.
Systemarten und bauliche Ausführungen
Kleinkläranlagen unterscheiden sich unter anderem nach dem Reinigungsverfahren, der Anzahl der Behandlungsstufen und der Bauweise der Behälter. Üblich sind kompakte Anlagen mit mehreren Prozessschritten innerhalb eines Systems oder Lösungen mit getrennten Vor- und Nachbehandlungsbereichen. Relevant sind zudem Fragen der Belüftung, Schlammbehandlung, Zugänglichkeit für Unterhalt sowie die Einbindung in die Grundstücksentwässerung. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Nutzung, Belastungsschwankungen und den Standortbedingungen ab.
Abgrenzung zu Abscheidern und anderen Abwasserbauteilen
Kleinkläranlagen sind auf die eigentliche Behandlung von Abwasser ausgelegt. Damit unterscheiden sie sich klar von Abscheidern, die bestimmte Stoffe wie Fette oder Leichtflüssigkeiten aus dem Abwasser zurückhalten, aber keine vollständige biologische Reinigung übernehmen. Ebenso sind sie nicht mit Rückstauverschlüssen, Bodenabläufen, Entwässerungsrinnen oder Armaturen gleichzusetzen, da diese Bauteile der Ableitung, Sicherung oder Verteilung dienen. Innerhalb der Hierarchie unter Abwasser bilden Kleinkläranlagen somit eine eigene Anlagenkategorie mit Behandlungsfunktion.