Funktion von Wanddurchführungen bei Abwasserleitungen
Eine Wanddurchführung schafft einen definierten Leitungsdurchgang durch ein Bauteil und begrenzt dabei das Risiko von Undichtigkeiten am Übergang zwischen Rohr und Baukörper. Im Abwasserbereich betrifft das vor allem Leitungen, die aus dem Gebäude ins Erdreich, in Schächte oder in andere Bauabschnitte geführt werden. Je nach System erfolgt die Durchführung mit Dichtelementen, Hülsen oder anderen konstruktiven Lösungen, die auf Rohrdurchmesser, Werkstoff und Einbaulage abgestimmt sind.
Typische Einbausituationen im Hochbau
Häufige Anwendungen liegen bei Kellerwänden, Fundamentbereichen, Installationsschächten, Technikräumen und Anschlussstellen zwischen Gebäude und Aussenkanalisation. Auch bei Behältern, Pumpensümpfen oder anderen wasserbeanspruchten Bauwerken werden Wanddurchführungen eingesetzt. Im Bestand treten sie oft bei Leitungssanierungen oder beim nachträglichen Einbau neuer Entwässerungsanschlüsse auf.
Ausführungen nach Wandaufbau und Leitung
Die konkrete Ausführung richtet sich nach Massivwand, Betonbauteil oder gemauertem Aufbau sowie nach Rohrmaterial und Rohrdurchmesser. Unterschieden wird unter anderem zwischen Lösungen für den Einbau im Neubau und Systemen für nachträgliche Kernbohrungen oder bestehende Öffnungen. Relevant sind zudem die Anforderungen an Feuchte- und Wasserdichtheit, Bewegungsaufnahme und die Einbindung in Abdichtungen des Bauwerks.
Abgrenzung zu Rohren, Armaturen und Rückstautechnik
Wanddurchführungen transportieren kein Abwasser und regeln auch keinen Volumenstrom. Im Unterschied zu Rohren oder Röhren bilden sie den dichten Übergang durch das Bauteil. Gegenüber Armaturen, Rückschlagklappen oder Rückstauverschlüssen übernehmen sie keine absperrende oder sichernde Funktion im Leitungssystem. Innerhalb der Hierarchie gehören sie zum Bereich Abwasserleitungen, weil sie die bauliche Schnittstelle der Leitungsführung ausbilden.