Ausgleich von Wärmeausdehnung in Warmwasserleitungen
Rohrleitungen verändern ihre Länge mit der Temperatur. Dehnungskompensatoren schaffen an definierten Stellen Beweglichkeit, damit sich diese Ausdehnung nicht unkontrolliert in das Leitungssystem überträgt. Je nach Bauart nehmen sie axiale, laterale oder winklige Bewegungen auf. Für die Auslegung sind unter anderem Temperaturbereich, Betriebsdruck, Medium, Leitungsführung sowie das Zusammenspiel mit Festpunkten und Führungen relevant.
Typische Einbauorte in Sanitär- und Warmwassersystemen
Eingesetzt werden Dehnungskompensatoren in Steigzonen, Technikräumen, Verteilsträngen und bei längeren Leitungsabschnitten mit deutlichen Temperaturschwankungen. Auch bei Anschlüssen an Speicher, Wärmeerzeuger oder Übergänge zwischen Anlagenteilen können sie Bewegungen und Spannungen begrenzen. In kompakten Installationen mit ausreichenden Dehnungswegen über die Leitungsführung sind sie nicht in jedem Fall notwendig.
Bauformen und Werkstoffe
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Bauarten zum Einsatz. Metallische Kompensatoren mit Faltenbalg werden verwendet, wenn Temperatur- und Druckbelastungen entsprechend aufgenommen werden müssen. Elastomerausführungen können zusätzlich Schwingungen dämpfen, sind aber abhängig vom Medium und den Betriebsbedingungen zu beurteilen. Die Auswahl richtet sich nach Bewegungsart, Platzverhältnissen, Montagekonzept und den Anforderungen an Beständigkeit und Wartung.
Abgrenzung zu Rohrkupplungen, Schläuchen und Druckschlagdämpfern
Dehnungskompensatoren sind auf den kontrollierten Ausgleich von Bewegungen durch Temperaturänderungen ausgelegt. Rohrkupplungen verbinden Leitungsabschnitte, ohne dieselbe Kompensationsfunktion in vergleichbarem Umfang zu übernehmen. Schläuche schaffen flexible Anschlüsse, sind aber nicht automatisch für berechnete Dehnwege in Warmwasserleitungen gedacht. Druckschlagdämpfer dienen der Minderung von Druckstössen im System und lösen ein anderes Problem als die thermische Ausdehnung.