Förderaufgabe in der Behandlung gemischter Abfälle
Im Umfeld gemischter Abfälle übernehmen Biomassenpumpen die kontrollierte Förderung von Medien, die nicht mehr als loses Schüttgut, aber auch nicht als klassisches Abwasser vorliegen. Dazu gehören organische Suspensionen, Schlämme, breiige Fraktionen oder aufbereitete Stoffgemische mit Faseranteilen. Die Pumpen verbinden einzelne Prozessschritte, stabilisieren Stoffströme und ermöglichen eine dosierte Beschickung nachfolgender Aggregate.
Typische Einsatzsituationen in Aufbereitung und Behandlung
Biomassenpumpen kommen dort zum Einsatz, wo nasse oder pastöse Fraktionen aus Annahme, Vorbehandlung oder Separationsprozessen weitergeführt werden. Typische Einbindungen sind die Förderung aus Sammelbehältern, die Übergabe in Misch- oder Pufferstufen, die Beschickung biologischer oder thermischer Teilprozesse sowie die Rückführung von Prozessmedien. Relevant sind sie besonders dann, wenn der Stoffstrom ungleichmässig anfällt oder neben organischem Material auch Störstoffe enthalten kann.
Pumpenausführung nach Medium, Feststoffanteil und Verschleiss
Je nach Fördermedium kommen unterschiedliche Pumpprinzipien in Betracht, etwa Verdrängerpumpen oder Kreiselpumpen in angepasster Ausführung. Entscheidend sind Viskosität, Trockenstoffgehalt, Partikelgrösse, Faserigkeit und die Empfindlichkeit gegenüber Verstopfung oder Abrasion. In der Praxis spielen deshalb freier Durchgang, verschleissbeanspruchte Bauteile, Dichtungskonzept und Reinigbarkeit eine grosse Rolle. Auch die Frage, ob eine gleichmässige Dosierung oder vor allem ein reiner Transport gefordert ist, beeinflusst die Wahl der Ausführung.
Abgrenzung zu Fermentern, Shredderanlagen und Sortiertechnik
Innerhalb der Hierarchie gehören Biomassenpumpen zu den Anlagen und Produkten für die Aufbereitung und Behandlung gemischter Abfälle, nicht zu den eigentlichen Behandlungsreaktoren. Im Unterschied zu Fermentern findet in der Pumpe keine biologische Umsetzung statt. Gegenüber Shredderanlagen, Siebanlagen oder Sortieranlagen übernehmen Biomassenpumpen keine Zerkleinerung, Klassierung oder Trennung, sondern den mediengerechten Transport. Von Pressen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie Stoffströme fördern statt sie mechanisch zu entwässern oder zu verdichten.