Welche Materialien in solchen Anlagen aufbereitet werden
Typische Eingangsstoffe sind Kanalräumgut, Sinkkastengut, Strassensammlergut und Kehricht aus der Strassenreinigung mit hohem mineralischem Anteil. Diese Gemische enthalten neben Sand und Kies oft Schlamm, Feinteile, organische Bestandteile, Kunststoffe, Steine, Metalle und wassergebundene Verschmutzungen. Die Aufbereitung richtet sich deshalb nicht auf einen einzelnen Stoff, sondern auf die geordnete Zerlegung eines belasteten Gemischs in handhabbare Fraktionen.
Übliche Verfahrensschritte bei der Aufbereitung
Je nach Material und Anlagenkonzept kommen Annahme, Dosierung, Vorsiebung, Waschen, Klassieren, Sedimentation, Entwässerung und Austrag zum Einsatz. Grobteile werden zuerst ausgeschleust, danach werden mineralische Fraktionen von Schlamm, Feinstoffen und Leichtstoffen getrennt. Ergänzend können Magnetabscheidung, Wasseraufbereitung oder die Rückführung von Prozesswasser Teil des Systems sein. Entscheidend ist die Abstimmung der Verfahrensschritte auf Feuchte, Korngrössenverteilung und Verschmutzungsgrad des Eingangsmaterials.
Einsatz in kommunalen und betrieblichen Entsorgungsabläufen
Solche Anlagen werden dort eingesetzt, wo regelmässig Rückstände aus Kanalunterhalt, Strassenunterhalt oder der Reinigung von Entwässerungseinrichtungen anfallen. Sie entlasten nachgelagerte Entsorgungswege, weil mineralische und nichtmineralische Bestandteile bereits früh getrennt werden. In der Praxis sind sie häufig in Abläufe eingebunden, in denen Anlieferung, Zwischenlagerung, Aufbereitung von Nassmaterial und Abgabe definierter Fraktionen organisatorisch aufeinander abgestimmt werden müssen.
Abgrenzung zu anderen Anlagen der Abfallbehandlung
Kanalsandaufbereitungsanlagen und Strassenaufbereitungsanlagen sind innerhalb der Aufbereitung und Behandlung gemischter Abfälle auf spezielle mineralische Nassgemische ausgerichtet. Sie unterscheiden sich von reinen Siebanlagen oder Klassiereinrichtungen dadurch, dass die Trennung meist mehrere nasse und mechanische Schritte umfasst und auf verschlammte Eingangsstoffe ausgelegt ist. Gegenüber Sortieranlagen liegt der Schwerpunkt nicht auf der Stückgutsortierung, sondern auf der Fraktionierung belasteter Sand- und Schlammgemische. Von chemischen oder physikalischen Abfallbehandlungsanlagen grenzen sie sich ab, weil hier in erster Linie mechanische Aufbereitung und Stofftrennung im Vordergrund stehen.