Funktion in der Behandlung gemischter Abfälle
Die Anlage übernimmt die mechanische Vor- oder Nachzerkleinerung von gemischten Stoffströmen. Ziel ist nicht nur die Volumenreduktion, sondern auch das Aufschliessen von Verbunden, das Vereinheitlichen des Materialflusses und das Vorbereiten für weitere Prozessschritte. Je nach Verfahren wird das Material reissend, schneidend, brechend oder schlagend beansprucht. Die erreichbare Stückgrösse richtet sich nach Anlagentyp, Werkzeugausführung und Prozessführung.
Einsatz bei Sperrgut, Gewerbeabfällen und heterogenen Stoffströmen
Typische Einsatzbereiche sind gemischte Siedlungs- und Gewerbeabfälle, Sperrgut, Produktionsreste oder vorsortierte Fraktionen mit uneinheitlicher Form und Grösse. Besonders relevant ist die Zerkleinerung dort, wo sperrige Teile Fördertechnik, Sortierung oder thermische Verwertung behindern würden. Auch bei stark wechselnder Zusammensetzung dient sie dazu, den Stoffstrom für nachgelagerte Aggregate besser beherrschbar zu machen. Welche Materialien verarbeitet werden können, hängt von Störstoffen, Feuchte, Metallanteilen und der konkreten Auslegung der Anlage ab.
Bauarten, Zerkleinerungsstufen und Auslegung
In der Praxis werden Grob- und Feinzerkleinerung oft getrennt betrachtet, weil sie unterschiedliche Anforderungen an Werkzeuge, Drehzahl und Austrag stellen. Anlagen können ein- oder mehrstufig ausgelegt sein und sich auf grobes Aufreissen, definierte Nachzerkleinerung oder die Vorbereitung einer weiteren Separation konzentrieren. Wichtige Auslegungsmerkmale sind unter anderem Aufgabekorngrösse, Zielkorn, Durchsatz, Störstoffverträglichkeit, Verschleissverhalten und Revisionszugang. Ebenso entscheidend ist, ob die Anlage als Einzelaggregat arbeitet oder in eine vollständige Aufbereitungslinie eingebunden wird.
Abgrenzung zu Sieb-, Sortier- und Pressanlagen
Shredderanlagen und Zerkleinerungsanlagen verändern die Stückgrösse und Struktur des Materials, trennen aber in der Regel keine Wertstofffraktionen nach Stoffeigenschaften. Diese Aufgabe übernehmen nachgelagerte Sortieranlagen, Siebanlagen, Windsichter oder Magnetabscheider. Gegenüber Pressen und Schrottpressen steht nicht die Verdichtung, sondern die mechanische Aufbereitung im Vordergrund. Von Granuliereinrichtungen unterscheiden sie sich durch den meist gröberen, vorbereitenden Charakter; Granulierung setzt in der Regel auf bereits voraufbereitete Stoffströme und eine enger definierte Endkorngrösse.