Abtrennung fester und absetzbarer Bestandteile
Bei mechanischen Kläranlagen wird das Abwasser nicht biologisch oder chemisch umgesetzt, sondern nach Stoffeigenschaften getrennt. Typisch sind Verfahrensschritte, die grobe Feststoffe zurückhalten, mineralische Bestandteile wie Sand abscheiden und absetzbare oder aufschwimmende Stoffe aus dem Wasserstrom entfernen. Ziel ist eine Entlastung nachfolgender Prozesse sowie die Reduktion von Ablagerungen, Verstopfungen und Störungen im weiteren Anlagenbetrieb.
Einsatz in kommunalen und industriellen Abwasserlinien
Mechanische Kläranlagen werden häufig am Anfang kommunaler Abwasserreinigungsanlagen eingesetzt. Sie kommen auch in industriellen Anwendungen zum Einsatz, wenn Feststoffe, Öle, Fette oder sedimentierbare Anteile vor einer weiteren Behandlung ausgeschieden werden sollen. Je nach Herkunft des Abwassers dienen sie als erste Reinigungsstufe, als Vorbehandlung einzelner Teilströme oder als eigenständige Lösung für klar abgegrenzte Stofffrachten.
Typische Anlagenteile und verfahrenstechnische Kombinationen
Mechanische Kläranlagen bestehen meist nicht aus nur einem Aggregat, sondern aus mehreren aufeinander abgestimmten Stufen. Dazu können Rechen oder Siebe, Sandfänge, Absetzbereiche, Schwimmstoffabscheidung sowie Einrichtungen zur Räumung und Austragung der abgeschiedenen Stoffe gehören. Die konkrete Kombination richtet sich nach Abwasserart, Feststoffanfall, hydraulischer Belastung und den Anforderungen an die nachgeschaltete Behandlung.
Abgrenzung zu Einzelkomponenten und weitergehenden Reinigungsverfahren
Im Unterschied zu Leistungen wie Absetzbecken, Sandfänge oder Rechenanlagen bezeichnet "Kläranlagen, mechanische" die gesamte mechanische Behandlungsstufe oder ein entsprechendes Anlagenkonzept, nicht nur ein einzelnes Bauteil. Gegenüber Abwasserreinigungsanlagen ist der Begriff enger, weil er sich auf die physikalische Vorbehandlung beschränkt. Von Membranfiltration, Membranbelebung oder dezentralen Abwasserreinigungssystemen unterscheidet sich die Leistung durch ihren Fokus auf die Abtrennung ungelöster Stoffe ohne weitergehende biologische Reinigung.