Funktionsprinzip der Ölabscheidung
In einer Mineralöl-Abscheideanlage wird das Abwasser so beruhigt, dass sich schwere Stoffe absetzen und leichtere ölhaltige Bestandteile an der Oberfläche sammeln können. Je nach Ausführung ergänzen Schlammfang, Abscheideraum, Koaleszenzelemente oder selbsttätige Abschlüsse die Grundfunktion. Ziel ist die Abtrennung freier und abscheidbarer Leichtflüssigkeiten vor der Einleitung in Kanalisation oder nachfolgende Behandlungsstufen.
Typische Einsatzorte für ölhaltiges Abwasser
Solche Anlagen finden sich bei Fahrzeug- und Maschinenbetrieben, Waschplätzen, Werkhöfen, Tank- und Umschlagflächen sowie in industriellen Bereichen mit mineralölhaltigem Abwasser. Auch in Instandhaltungs- und Logistikbereichen können sie erforderlich sein, wenn Tropfverluste, Reinigungsprozesse oder Havariefälle zu Einträgen führen. Entscheidend ist, ob im Abwasser Leichtflüssigkeiten in trennbarer Form anfallen.
Bauformen und technische Ausführungen
Mineralöl-Abscheideanlagen sind in unterschiedlichen Bauformen erhältlich, etwa als kompakte Einheit oder mit vorgeschaltetem Schlammfang. Je nach Belastungssituation kommen einfache Abscheider oder Systeme mit zusätzlicher Koaleszenzstufe zum Einsatz. Ebenfalls relevant sind oberirdische oder unterirdische Ausführung, Zugänglichkeit für Entleerung und Kontrolle sowie ergänzende Komponenten für Probenahme, Füllstand oder Alarmierung.
Abgrenzung innerhalb der mechanischen Behandlung
Innerhalb der mechanischen Abwasserbehandlung sind Mineralöl-Abscheideanlagen auf die Trennung von Leichtflüssigkeiten ausgelegt. Sie unterscheiden sich von Fettabscheideanlagen, die auf organische Fette und Öle aus anderen Anwendungsbereichen abgestimmt sind. Gegenüber Sandfängen oder Absetzbecken liegt der Fokus nicht auf mineralischen Feststoffen, sondern auf aufschwimmenden Ölanteilen. Strassenabwasser-Behandlungsanlagen decken oft breitere Belastungsbilder und hydraulische Anforderungen ab, während Mineralöl-Abscheideanlagen gezielt ölhaltige Teilströme behandeln.