Hydraulische Aufgabe am Beckenzulauf
Am Zulauf eines Klärbeckens trifft das Abwasser oft mit höherer Geschwindigkeit und ungleichmässiger Verteilung ein. Einlaufvorrichtungen bremsen diesen Eintritt ab, lenken die Strömung und verteilen den Zufluss über die vorgesehene Querschnittsfläche. Dadurch werden Totzonen, lokale Überlastungen und unerwünschte Aufwirbelungen reduziert. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Beckenform, Zulaufmenge und dem verfahrenstechnischen Zweck des Beckens.
Einsatz in Vor-, Nach- und Sonderbecken
Solche Vorrichtungen kommen in unterschiedlichen Becken der Abwasserbehandlung zum Einsatz, etwa dort, wo Sedimentation oder eine möglichst ruhige hydraulische Führung erforderlich ist. In Vorklär- und Nachklärbecken steht meist die strömungsarme Einleitung im Vordergrund, damit sich Feststoffe absetzen können und bereits abgelagerte Stoffe nicht wieder aufgewirbelt werden. Auch in Regenbecken oder anderen Ausgleichs- und Behandlungsbecken werden Einlaufbereiche so gestaltet, dass stark schwankende Zuflüsse beherrscht werden.
Typische Bauformen und konstruktive Elemente
Einlaufvorrichtungen können als Einlaufkästen, Verteilerkanäle, Leitbleche, Prallwände, gelochte Verteilelemente oder vergleichbare Einbauten ausgeführt sein. Entscheidend ist weniger die einzelne Bauform als deren hydraulische Wirkung im Zusammenspiel mit dem Becken. Werkstoffe und Konstruktion werden an das Medium, die Einbausituation und den Wartungszugang angepasst. Bei Planung und Erneuerung werden oft auch Reinigbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und die Nachrüstbarkeit in bestehende Becken berücksichtigt.
Abgrenzung zu Düsen, Überfallkanten und Räumeinrichtungen
Einlaufvorrichtungen für Klärbecken sind auf die geordnete Einleitung und Verteilung des Zulaufs ausgelegt. Sie unterscheiden sich damit von Düsen, die primär einen gerichteten Austritt oder eine gezielte Beaufschlagung erzeugen, sowie von Überfallkanten, die eher den Ablauf und die gleichmässige Abnahme von Wasser betreffen. Gegenüber Räumeinrichtungen für Absetzbecken oder Sandfänge übernehmen sie nicht die Räumung von Sedimenten, sondern die hydraulische Konditionierung am Eintritt. Innerhalb der mechanischen Behandlung ergänzen sie somit Becken, Rechen, Siebe und Abscheider um die Funktion der kontrollierten Zulaufführung.