Wie biologische Bodensanierung funktioniert
Bei biologischen Verfahren wird die natürliche Abbauleistung von Mikroorganismen genutzt oder gezielt unterstützt. Der Abbau kann unter aeroben oder anaeroben Bedingungen erfolgen und wird je nach Verfahren durch die Steuerung von Sauerstoff, Feuchtigkeit, Nährstoffen oder Temperatur beeinflusst. Ziel ist nicht die Verlagerung des Schadstoffs, sondern dessen Umwandlung oder Abbau im Bodenmaterial.
Typische Einsatzfälle bei belasteten Standorten
Biologische Verfahren werden vor allem bei Belastungen eingesetzt, die sich grundsätzlich mikrobiell abbauen lassen. Dazu zählen je nach Schadstoffbild insbesondere organische Verunreinigungen, etwa aus Mineralölprodukten oder bestimmten industriellen Einträgen. Weniger geeignet sind sie dort, wo Stoffe biologisch kaum abbaubar sind oder wo sehr hohe Konzentrationen den biologischen Prozess stark behindern.
Verfahrensformen innerhalb biologischer Sanierung
Zur biologischen Sanierung gehören unterschiedliche Ansätze. Häufig wird zwischen dem Anregen vorhandener Mikroorganismen und dem gezielten Einbringen geeigneter Kulturen unterschieden. Je nach Standort kann die Behandlung direkt im Untergrund oder nach Aushub des Materials erfolgen. Auch pflanzengestützte Ansätze werden in bestimmten Fällen zu den biologischen Verfahren gezählt, wenn Pflanzen und Wurzelraum den Schadstoffabbau unterstützen.
Abgrenzung zu In situ, Ex situ und anderen Verfahren
Biologisch bezeichnet das Wirkprinzip des Sanierungsverfahrens. Im Unterschied dazu beschreiben In situ und Ex situ vor allem den Ort der Behandlung, also im Boden am Standort oder nach Ausbau des Materials. Von thermischen, physikalisch-chemischen oder elektrochemischen Verfahren unterscheidet sich die biologische Sanierung dadurch, dass der Schadstoffabbau über biologische Prozesse erfolgt und nicht primär über Erwärmung, Waschung, Extraktion, elektrische Prozesse oder reine Immobilisation.