Verfahrensprinzip beim Bodenwaschen
Beim Waschen wird das belastete Material aufbereitet, aufgelockert und mit Wasser oder einer geeigneten Waschflüssigkeit behandelt. Dabei werden anhaftende Feinanteile abgelöst und Kornfraktionen über Sieb-, Klassier- oder Sedimentationsschritte getrennt. Häufig liegt der Sanierungseffekt nicht darin, dass alle Schadstoffe vollständig zerstört werden, sondern darin, dass saubere oder weniger belastete Grobfraktionen von stark belasteten Feinfraktionen separiert werden. Zusätzlich entstehen Prozesswasser und Reststoffe, die separat behandelt oder entsorgt werden müssen.
Geeignete Materialien und Belastungssituationen
Das Verfahren kommt in Betracht, wenn die Schadstoffverteilung im Boden eng mit der Kornzusammensetzung zusammenhängt. Besonders relevant ist dies bei Materialien, in denen Belastungen vorwiegend an Schluff-, Ton- oder organische Feinanteile gebunden sind, während gröbere Fraktionen deutlich geringer belastet sind. Die Eignung hängt unter anderem von der Kornverteilung, der Art der Bindung zwischen Schadstoff und Bodenmatrix sowie vom Anteil an Feinmaterial ab. Stark heterogene Aushubchargen, grosse Fremdstoffanteile oder sehr fest gebundene Kontaminationen können die Wirksamkeit einschränken.
Prozessschritte und Stoffströme
Bodenwaschanlagen arbeiten meist mehrstufig. Typische Schritte sind Vorabsiebung, Zerkleinerung oder Auflockerung, eigentlicher Waschprozess, Trennung der Kornfraktionen sowie Behandlung des Prozesswassers. Je nach Material können zusätzlich Reib- oder Attritionsschritte eingesetzt werden, um anhaftende Feinpartikel von gröberen Körnern zu lösen. Am Ende stehen mehrere Stoffströme: gereinigte oder gering belastete Fraktionen, belastete Feinfraktionen, abgeschiedene Fremdstoffe und gereinigtes oder weiter zu behandelndes Waschwasser.
Abgrenzung zu anderen Bodensanierungsverfahren
Innerhalb der Bodensanierungsverfahren ist Waschen ein Trennverfahren und kein biologisches, thermisches oder elektrochemisches Behandlungsverfahren. Im Unterschied zu thermischen Verfahren werden Schadstoffe nicht durch Erhitzung entfernt, und im Unterschied zu biologischen Verfahren nicht mikrobiell abgebaut. Gegenüber der Extraktion ist Waschen stärker auf die mechanische und hydraulische Abtrennung von belasteten Fraktionen ausgerichtet; Extraktionsverfahren zielen stärker auf das Herauslösen bestimmter Stoffe aus der Bodenmatrix. In der Praxis wird Waschen meist ausserhalb des belasteten Einbauorts in einer Anlage durchgeführt und gehört damit typischerweise zu ex situ orientierten Sanierungskonzepten.