Wirkprinzip der Immobilisation im Boden
Die Immobilisation veraendert die chemischen oder physikalischen Eigenschaften des belasteten Bodens so, dass Schadstoffe schlechter loeslich, weniger mobil oder fester an die Bodenmatrix gebunden sind. Dies kann ueber Sorption, Faellung, Komplexbildung oder eine Veraenderung des Milieus erfolgen. Zielgroesse ist nicht der Abbau des Schadstoffs, sondern eine nachweisbare Verminderung der relevanten Expositions- und Ausbreitungspfade.
Typische Anwendungsfaelle in der Bodensanierung
Das Verfahren kommt vor allem dort in Betracht, wo die Belastung im Untergrund verbleiben kann, wenn ihre Umweltwirkung verlaesslich begrenzt wird. Typische Kontexte sind flaechige Schadstoffverteilungen, schwer zugaengliche Lagen, tiefere Bodenschichten oder Standorte, an denen ein umfassender Aushub technisch oder logistisch problematisch ist. Massgebend sind dabei die standortspezifischen Risiken fuer Grundwasser, Nutzung, Staubbildung und direkten Kontakt.
Verfahrensauspraegungen und technische Umsetzung
Je nach Schadstoffart und Bodenbeschaffenheit reicht die Immobilisation von einer chemischen Stabilisierung bis zu einer zusaetzlichen Verfestigung des Materials. Eingesetzt werden dafuer geeignete Zuschlagstoffe oder Bindemittel, welche die Loeslichkeit, Austauschbarkeit oder Durchlaessigkeit beeinflussen. Die Auswahl richtet sich nach Schadstoffspektrum, pH-Verhaeltnissen, Kornverteilung, Wasserhaushalt und den geforderten Nachweisen zur Langzeitstabilitaet.
Abgrenzung zu anderen Bodensanierungsverfahren
Im Unterschied zu Extraktion, Waschen oder thermischen Verfahren werden Schadstoffe bei der Immobilisation nicht aus dem Boden entfernt oder zerstoert. Gegenueber biologischen Verfahren steht nicht der mikrobielle Abbau im Vordergrund, sondern die Reduktion der Mobilitaet. Immobilisation ist zudem kein Gegensatz zu in situ oder ex situ: Sie beschreibt das Verfahrensprinzip und kann je nach Projekt direkt im Untergrund oder nach Ausbau des Materials umgesetzt werden.