Funktion und Ablauf der Probenahme
Ein Abwasserprobenehmer erfasst eine Probe aus einem fliessenden oder gespeicherten Abwassermedium nach vorgegebenen Kriterien. Je nach Ausführung erfolgt die Entnahme als Einzelprobe oder als Folge mehrerer Teilproben, die zu einer Mischprobe zusammengeführt werden. Die Auslösung kann zeitgesteuert oder an ein Mengen- beziehungsweise Durchflusssignal gekoppelt sein. Ziel ist eine Probe, die für die anschliessende Untersuchung im Labor oder für dokumentierte Überwachungsaufgaben geeignet ist.
Typische Einsatzorte in Entsorgung und Prozessbetrieb
Abwasserprobenehmer werden in kommunalen und industriellen Umgebungen eingesetzt, in denen Abwasserströme beprobt werden müssen. Dazu gehören Zuläufe und Abläufe von Kläranlagen, Kontrollschächte, Regenbecken, Kanalabschnitte sowie betriebliche Einleitstellen. In industriellen Anwendungen dienen sie unter anderem dazu, Abwasser aus Produktionsprozessen, Vorbehandlungsanlagen oder internen Teilströmen gezielt zu erfassen. Die Wahl des Geräts richtet sich nach Einbauort, Zugänglichkeit, Medium und gewünschtem Probenahmeplan.
Geräteausführungen und Probenahmestrategien
Üblich sind stationäre und mobile Systeme. Stationäre Geräte werden dauerhaft an einem Mess- oder Entnahmepunkt installiert, mobile Geräte kommen bei wechselnden Standorten oder temporären Untersuchungen zum Einsatz. Bei der Probenahme wird zwischen zeitproportionalen Verfahren und mengenproportionalen Verfahren unterschieden. Zusätzlich gibt es Ausführungen für Einzelproben, Sammelproben und gekühlte Probenaufbewahrung, wenn die Probe bis zur Auswertung in einem definierten Zustand gehalten werden soll.
Abgrenzung zu Wasseranalysegeräten und allgemeinen Probennahmegeräten
Abwasserprobenehmer gehören innerhalb der Wasseranalyse und Flüssigkeitsanalyse zur Probengewinnung, nicht zur eigentlichen Parameterbestimmung. Im Unterschied zu BSB-, CSB-, pH- oder TOC-Messgeräten messen sie keinen Stoffwert direkt, sondern liefern das Probenmaterial für die spätere Analyse. Gegenüber allgemeinen Probennahmegeräten sind sie auf die Bedingungen von Abwasser ausgelegt, etwa auf wechselnde Feststoffanteile, wechselnde Durchflüsse und den Einsatz an Schächten oder technischen Anlagen. Damit sind sie klar von Sensorik, Laborgeräten und reinen Mengenmesssystemen wie der Wassermengenmessung abzugrenzen.