Was Redoxmessgeräte messen
Ein Redoxmessgerät bestimmt das elektrische Potenzial, das aus oxidierenden und reduzierenden Stoffen in einer Flüssigkeit resultiert. Der Messwert beschreibt nicht die Konzentration eines einzelnen Stoffes, sondern den elektrochemischen Zustand des Mediums. Für die Messung werden üblicherweise eine Messelektrode und eine Referenz verwendet; je nach System sind diese in einer Sonde kombiniert. In der Praxis werden Redoxmessgeräte als Handgeräte, Laborgeräte oder fest installierte Messumformer mit angeschlossener Sonde ausgeführt.
Typische Anwendungen in Wasser- und Prozessanalytik
Redoxmessgeräte werden in der Wasseraufbereitung, in Kühl- und Prozesswassersystemen, in der Abwasserbehandlung sowie in verschiedenen chemischen und industriellen Prozessen eingesetzt. Sie dienen unter anderem zur Überwachung von Desinfektions- und Oxidationsbedingungen, zur Beurteilung biologischer und chemischer Prozessphasen oder zur Kontrolle von Reaktionsmilieus. In kontinuierlich betriebenen Anlagen werden Messwerte oft direkt in Steuer- und Überwachungssysteme eingebunden.
Geräteausführungen und Messaufbauten
Je nach Einsatzumgebung unterscheiden sich Redoxmessgeräte in Bauform, Einbauart und Messkonzept. Für mobile Einzelmessungen kommen tragbare Geräte zum Einsatz, für Laboranwendungen Tischgeräte und für den Dauerbetrieb Inline- oder Prozessmesssysteme. Relevante Unterschiede betreffen unter anderem die Elektrodentechnik, die Eignung für bestimmte Medien, die Beständigkeit im Prozess sowie die Möglichkeit zur Datenübertragung oder Einbindung in Leitsysteme. Bei anspruchsvollen Medien ist die Wahl einer geeigneten Sonde ebenso wichtig wie das eigentliche Auswertegerät.
Abgrenzung zu pH-, Chlor- und anderen Wasseranalysegeräten
Redoxmessgeräte sind innerhalb der Wasseranalyse und Flüssigkeitsanalyse von Messgeräten zu unterscheiden, die gezielt einzelne Stoffe oder andere chemische Eigenschaften erfassen. Im Unterschied zu pH-Messgeräten messen sie nicht den Säure-Base-Zustand, sondern das elektrochemische Redoxpotenzial. Gegenüber Chlormessgeräten liefern sie keinen direkten Stoffgehalt an freiem oder gebundenem Chlor, sondern einen zusammenfassenden Zustandswert. Auch im Vergleich zu BSB-, CSB- oder TOC-Messgeräten steht nicht die quantitative Belastungsanalyse im Vordergrund, sondern die laufende Beurteilung des Reaktionsmilieus.