Welche Messgrössen Partikelmessgeräte in Flüssigkeiten erfassen
Im Unterschied zu rein summarischen Messverfahren erfassen Partikelmessgeräte die Partikel selbst. Je nach Gerät werden Anzahl pro Volumen, Partikelkonzentration, Grössenverteilung oder definierte Grössenklassen ausgewertet. Damit lassen sich Veränderungen in einer Flüssigkeit genauer verfolgen, etwa wenn einzelne Partikelfraktionen zunehmen, obwohl der Gesamteindruck der Probe ähnlich bleibt. Relevant ist dies vor allem bei suspendierten Feststoffen, die gezielt überwacht oder von gelösten Inhaltsstoffen abgegrenzt werden müssen.
Typische Anwendungen in Wasser- und Flüssigkeitsanalyse
Partikelmessgeräte werden in der Überwachung von Rohwasser, aufbereitetem Wasser, Prozesswasser und anderen technischen Flüssigkeiten eingesetzt. Sie dienen unter anderem zur Beurteilung von Filterstufen, zur Kontrolle von Spül- und Reinigungsprozessen sowie zur Überwachung von Medien, bei denen Partikeleintrag zu Ablagerungen oder Störungen führen kann. Auch in Laborabläufen kommen sie zum Einsatz, wenn Proben hinsichtlich Reinheit oder Belastung durch suspendierte Partikel verglichen werden sollen. Ob die Messung punktuell oder kontinuierlich erfolgt, hängt vom Prozess und vom erforderlichen Nachweisniveau ab.
Geräteausführungen und geeignete Messkonzepte
Im Bereich der Flüssigkeitsanalyse gibt es Partikelmessgeräte als Laborgeräte, portable Systeme sowie als Inline- oder Online-Ausführungen. Die Auswahl richtet sich nach Eigenschaften wie Partikelgrössenbereich, Transparenz des Mediums, Durchfluss, Verschmutzungsneigung und dem Bedarf an kontinuierlicher Überwachung. Je nach Bauart arbeiten die Geräte mit optischen oder anderen physikalischen Messprinzipien, die auf die zu erwartenden Partikel und die Flüssigkeitsmatrix abgestimmt sein müssen. In der Praxis sind auch Aspekte wie Probenführung, Messzellenreinigung, Entgasung oder Verdünnung relevant, weil sie das Messergebnis beeinflussen können.
Abgrenzung zu Trübungs-, Feststoff- und Stoffanalytik
Innerhalb der Wasseranalyse und Flüssigkeitsanalyse bilden Partikelmessgeräte eine eigene Gerätegruppe. Sie unterscheiden sich von Feststoffgehalts-Messgeräten und Trübungs-Messgeräten dadurch, dass nicht nur ein Gesamtwert zur Belastung oder Lichtstreuung ermittelt wird, sondern die Partikel direkt nach Anzahl oder Grössenklassen betrachtet werden. Von TOC-, CSB-, BSB-, Nitrat- oder Chlormessgeräten grenzen sie sich ab, weil diese gelöste oder chemisch definierte Inhaltsstoffe erfassen. Gegenüber Probennahmegeräten und Abwasserprobenehmern übernehmen Partikelmessgeräte die Analyse selbst und nicht nur die Entnahme der Probe.