Was Probennahmegeräte in der Analytik leisten
Probennahmegeräte erfassen ein definiertes Medium für die anschliessende Untersuchung auf chemische, physikalische oder biologische Parameter. Je nach Anwendung erfolgt die Entnahme punktuell, zeitgesteuert, mengenproportional oder als Sammelprobe. Das Gerät muss zur Probenmatrix, zur Entnahmestelle und zur gewünschten Probenqualität passen. Fehler in der Probenahme wirken sich direkt auf die Aussagekraft der Analyse aus, auch wenn das Messverfahren im Labor korrekt ist.
Typische Einsatzorte in Wasser-, Prozess- und Umweltproben
Eingesetzt werden Probennahmegeräte unter anderem bei Trink- und Brauchwasser, Abwasser, Prozessflüssigkeiten, Kühl- und Kesselwasser sowie bei Emissions- und Immissionsuntersuchungen. In industriellen Anlagen geht es oft um die Überwachung definierter Prozesspunkte, in kommunalen Anwendungen um repräsentative Proben aus Leitungen, Schächten, Becken oder Ausläufen. Auch bei Luft- und Staubuntersuchungen werden geeignete Systeme verwendet, wenn Bestandteile eines Mediums für spätere Analysen gesammelt oder abgeschieden werden müssen.
Ausprägungen nach Medium: Flüssigkeit, Gas und Staub
Für Flüssigkeiten kommen je nach Aufbau einfache Entnahmehilfen, manuelle Systeme oder automatische Probenahmeeinheiten infrage. Für Gasanalysen und Luftanalysen werden Geräte genutzt, die gasförmige Medien in geeigneter Form erfassen oder auf Trägermedien überführen. Zur Staubmessung werden Probenahmesysteme eingesetzt, die Partikel aus einem Luftstrom abscheiden oder sammeln. Die Auswahl richtet sich nach Medium, Temperatur, Druck, Zugänglichkeit, Probenvolumen und den Anforderungen der nachfolgenden Analytik.
Abgrenzung zu Messgeräten und spezialisierten Probenehmern
Probennahmegeräte sind von Analysegeräten wie pH-Messgeräten, CSB-Messgeräten oder TOC-Messgeräten zu unterscheiden. Sie bestimmen in der Regel nicht selbst den Messwert, sondern stellen die Probe für die spätere Untersuchung bereit. Gegenüber Abwasserprobenehmern ist der Begriff breiter: Abwasserprobenehmer sind auf diesen Anwendungsfall spezialisiert, während Probennahmegeräte auch für andere Flüssigkeiten, Gase oder Staub eingesetzt werden. Zur Zutritts- oder Überwachungstechnik besteht kein Bezug; innerhalb der Hierarchie gehören Probennahmegeräte zur vorgelagerten Probengewinnung innerhalb der Analysekette.