Was bei Flüssigkeiten als Farbe gemessen wird
Die Farbmessung bei Flüssigkeiten basiert auf dem Verhalten von Licht beim Durchgang durch eine Probe. Je nach Gerät werden definierte Wellenlängen, Spektralbereiche oder Vergleichsskalen verwendet, um die Farbintensität oder den Farbeindruck in messbare Werte zu überführen. Erfasst wird damit die optische Färbung der Flüssigkeit selbst, nicht die Trübung durch Schwebstoffe und auch nicht die Konzentration eines einzelnen Parameters.
Einsatzfelder in Wasser-, Abwasser- und Prozessanalytik
Typische Anwendungen liegen in der Untersuchung von Rohwasser, aufbereitetem Wasser, Abwasser sowie technischen Prozessflüssigkeiten. Farbmessungen dienen unter anderem dazu, Veränderungen durch gelöste organische Stoffe, Oxidations- oder Alterungsprozesse und produktionsbedingte Einträge sichtbar zu machen. In Laboren werden Proben punktuell geprüft, während in betrieblichen Abläufen auch regelmässige Vergleichsmessungen zur Prozessbeobachtung üblich sind.
Geräteformen und Messansätze
In dieser Leistung fallen portable Geräte für Stichproben, Laborgeräte für reproduzierbare Einzelmessungen und je nach Anwendung auch Systeme für die Einbindung in laufende Prozesse. Die Auswertung kann über einfache Farbindizes, definierte Vergleichswerte oder spektrale Messdaten erfolgen. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Probenart, geforderter Vergleichbarkeit, Messhäufigkeit und dem Umgang mit Einflüssen wie Eigenfärbung, Probengefäss oder Vorbehandlung ab.
Abgrenzung zu Trübung, Partikeln und Einzelstoffmessung
Innerhalb der Wasseranalyse und Flüssigkeitsanalyse sind Farbmessgeräte von anderen Messgeräten klar zu trennen. Trübungs- und Feststoffgehalts-Messgeräte erfassen Lichtstreuung oder den Anteil suspendierter Stoffe, während Partikelmessgeräte auf Anzahl oder Grösse einzelner Teilchen ausgerichtet sind. Chlormessgeräte, Nitratmessgeräte, pH- oder Redoxmessgeräte bestimmen jeweils spezifische chemische oder elektrochemische Eigenschaften. Farbmessgeräte für Flüssigkeiten ergänzen diese Verfahren, indem sie die optische Farbcharakteristik der Probe als eigenständiges Merkmal erfassen.