Was zur konventionellen Bearbeitung von Kunststoffen zählt
Zur konventionellen Bearbeitung gehören Verfahren, bei denen Werkstücke mit handgeführten oder klassischen maschinellen Methoden bearbeitet werden. Dazu zählen unter anderem Bohren, Drehen, Fräsen, Sägen, Schneiden, Hobeln und Gewindeschneiden. In der Kunststoffbranche betrifft das meist die Bearbeitung von Halbzeugen wie Platten, Rundstäben oder Rohren sowie die Nachbearbeitung von Formteilen. Ziel sind Zuschnitte, Durchbrüche, Kantenbearbeitung, Passungen oder funktionsbezogene Anpassungen am Bauteil.
Typische Anwendungen bei Kunststoffteilen und Halbzeugen
Konventionelle Bearbeitung wird eingesetzt, wenn Kunststoffteile nachträglich an Einbausituationen angepasst werden müssen oder wenn kleine Stückzahlen wirtschaftlich hergestellt werden sollen. Häufige Anwendungen sind Bohrungen für Verschraubungen, Zuschnitte aus Kunststoffplatten, Nuten, einfache Konturen, Gewinde oder die Bearbeitung transparenter Werkstoffe wie Acrylglas. Auch bei Reparaturen, Musterteilen, Montagevorbereitungen und Einzelanfertigungen ist diese Bearbeitungsform üblich.
Verfahrensarten innerhalb der Leistung
Die Leistung umfasst mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichem Zweck. Bohren und Gewindeschneiden dienen der mechanischen Verbindung, Sägen und Schneiden dem Zuschnitt von Halbzeugen, Fräsen und Drehen der Formgebung und Massbearbeitung. Unter Plexiglasbearbeitung fallen typische Arbeiten an Acrylglas, etwa Zuschnitt, Kantenbearbeitung oder Bohrungen. Zerspanen ist der Oberbegriff für spanabhebende Verfahren und kann je nach Werkstückgeometrie verschiedene Bearbeitungsschritte zusammenfassen.
Abgrenzung zu CNC-Bearbeitung und formgebenden Verfahren
Innerhalb der Hierarchie der Bearbeitungs- und Verarbeitungsverfahren steht die konventionelle Bearbeitung für klassische, meist manuell geführte oder nicht automatisierte Bearbeitungsschritte. Sie unterscheidet sich von CNC-Bearbeitungen durch den geringeren Automatisierungsgrad und die andere Eignung für einfache Geometrien, Anpassarbeiten oder kleine Serien. Von Verfahren wie Spritzgiessen, Extrudieren, Blasformen oder Pressen grenzt sie sich dadurch ab, dass das Bauteil nicht primär geformt, sondern nachträglich mechanisch bearbeitet wird. Auch Beschichten, Bedrucken oder Veredeln gehören nicht dazu, weil dort die Oberfläche verändert wird und nicht die Geometrie des Werkstücks.