Was Spannsysteme in der Kunststoffverarbeitung leisten
Spannsysteme halten Teile in einer definierten Position, damit Bearbeitungsschritte reproduzierbar durchgeführt werden können. Bei vakuumbasierten Systemen entsteht die Haltekraft durch Unterdruck zwischen Spannfläche und Werkstück. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Bauteile ohne punktuelle mechanische Belastung aufgenommen oder fixiert werden sollen. Aufbau, Dichtkonzept und Spannfläche richten sich nach Geometrie, Material und Prozessanforderung.
Typische Anwendungen bei Kunststoffteilen und Halbzeugen
Eingesetzt werden Spannsysteme überall dort, wo Kunststoffteile während eines Prozessschritts lagegenau gehalten werden müssen. Dazu gehören beispielsweise Bearbeitungsprozesse an Kunststoffplatten, das Positionieren von Formteilen, das Fixieren für Mess- und Prüfvorgänge oder das Handhaben im Maschinenumfeld. Bei empfindlichen, dünnwandigen oder oberflächenkritischen Teilen kann eine flächige Spannung Vorteile gegenüber rein mechanischen Klemmungen bieten.
Ausführungen nach Werkstück, Spannfläche und Prozess
Spannsysteme unterscheiden sich unter anderem nach Spannprinzip, Kontaktfläche und Integrationsgrad. Verbreitet sind ebene Spannplatten, konturangepasste Aufnahmen, modulare Systeme für wechselnde Werkstücke sowie kombinierte Lösungen mit Vakuum und zusätzlicher mechanischer Sicherung. Relevant sind zudem Fragen der Dichtigkeit, der Medienführung, der Umrüstbarkeit und der Reinigbarkeit, insbesondere wenn Staub, Späne oder Trennmittel den Prozess beeinflussen.
Abgrenzung zu Vakuumpumpen, Vakuum-Systemen und Fördergeräten
Spannsysteme sind die anwendungsnahe Vorrichtung zur eigentlichen Fixierung des Werkstücks. Vakuumpumpen erzeugen den erforderlichen Unterdruck, während zentrale Vakuum-Systeme die Versorgung mehrerer Verbraucher übernehmen können. Fördergeräte dienen dem Transport von Material und nicht der präzisen Werkstückspannung. Im Unterschied zu Messfühlern oder Reglern erfassen oder steuern Spannsysteme den Prozess nicht primär, sondern stellen die physische Haltefunktion bereit.