Funktion von Vakuumpumpen in Kunststoffprozessen
Vakuumpumpen entfernen Gase oder Dämpfe aus einem abgeschlossenen Volumen und senken damit den Druck unter das Umgebungsniveau. In kunststofftechnischen Anlagen dient dies unter anderem dazu, Luft aus Formen zu ziehen, Gase aus Schmelzen abzuführen oder definierte Unterdruckverhältnisse im Prozess bereitzustellen. Relevant sind dabei nicht nur der erreichbare Unterdruck, sondern auch die Förderleistung, die Beständigkeit gegenüber Prozessgasen und die Eignung für Dauerbetrieb oder getaktete Lastwechsel.
Typische Einsatzbereiche in der Kunststoffbranche
Vakuumpumpen kommen in der Kunststoffverarbeitung in mehreren Prozessschritten vor. Dazu zählen beispielsweise Vakuumformverfahren, Entgasungsaufgaben an Extrusionsanlagen, das Absaugen von Luft in Werkzeugen oder der Einsatz in Trocknungs- und Handhabungssystemen mit Unterdruck. Welche Bauart geeignet ist, hängt davon ab, ob vor allem ein stabiler Prozessunterdruck, ein kontinuierlicher Gasabzug oder eine robuste Lösung für wechselnde Betriebszustände gefordert ist.
Gängige Bauarten und ihre Einsatzprofile
Zu den typischen Ausprägungen gehören Drehschiebervakuumpumpen, Schraubenvakuumpumpen und Seitenkanalvakuumpumpen. Drehschieberausführungen werden für viele klassische Vakuumanwendungen eingesetzt, wenn ein definierter Unterdruck zuverlässig bereitgestellt werden soll. Schraubenvakuumpumpen eignen sich für Anwendungen mit höheren Anforderungen an Prozesssauberkeit oder Mediumsverträglichkeit. Seitenkanalvakuumpumpen werden eher dort verwendet, wo hohe Volumenströme bei begrenztem Unterdruck gefragt sind. Die Auswahl erfolgt immer anhand des tatsächlichen Lastprofils und der Prozessbedingungen.
Abgrenzung zu Pumpen und zentralen Vakuum-Systemen
Innerhalb der Hierarchie bezeichnet Vakuumpumpen die einzelne Erzeugungseinheit für Unterdruck. Davon zu unterscheiden sind allgemeine Pumpen, die meist Flüssigkeiten oder andere Medien fördern und nicht speziell auf Vakuumbetrieb ausgelegt sind. Ebenfalls getrennt zu betrachten sind zentrale Vakuum-Systeme: Diese umfassen nicht nur die Pumpen selbst, sondern auch Verrohrung, Steuerung, Verteilung, Reservekonzepte und die Einbindung mehrerer Verbrauchsstellen. Regler und Messfühler ergänzen Vakuumpumpen, ersetzen sie jedoch nicht.