Wie Dosieranlagen in Kunststoffprozessen arbeiten
Eine Dosieranlage erfasst und fördert Materialströme so, dass vorgegebene Mischungsverhältnisse oder Durchsatzmengen eingehalten werden. Je nach Ausführung erfolgt die Dosierung volumetrisch über ein definiertes Fördervolumen oder gravimetrisch über Gewichtswerte. In Kunststoffanwendungen betrifft dies häufig Neuware, Rezyklat, Masterbatch oder flüssige Zusatzstoffe, die dem Verarbeitungsprozess einzeln oder gemeinsam zugeführt werden.
Typische Einsatzfelder in Extrusion, Spritzguss und Compoundierung
Dosieranlagen werden dort eingesetzt, wo Materialzusammensetzung und Mengenführung direkt auf den Prozess wirken. In der Extrusion steuern sie die kontinuierliche Aufgabe mehrerer Komponenten, im Spritzguss die Beimischung von Farb- oder Additivanteilen und in der Compoundierung die abgestimmte Zuführung verschiedener Rohstoffe. Auch bei der Verarbeitung von Mahlgut und Rezyklat werden sie genutzt, um Mischanteile kontrolliert in den Materialstrom einzubringen.
Ausführungen nach Messprinzip, Komponentenanzahl und Materialart
Zu den üblichen Ausprägungen zählen Einzel- und Mehrkomponenten-Dosieranlagen sowie Systeme für kontinuierliche oder chargenbezogene Prozesse. Die Wahl der Ausführung hängt unter anderem von der Fliessfähigkeit des Materials, der Anzahl der zu dosierenden Stoffe und den Anforderungen an Genauigkeit und Rückverfolgbarkeit ab. Für Granulate, Pulver und Flüssigkeiten kommen jeweils unterschiedliche Zuführ- und Messprinzipien zum Einsatz.
Abgrenzung zu Dosierpumpen, Dosierwaagen und Fördertechnik
Dosieranlagen sind in dieser Hierarchie der Fördertechnik, Lagertechnik und Transporttechnik zugeordnet, weil sie Materialströme nicht nur messen, sondern auch prozessgerecht zuführen. Eine Dosierpumpe ist in der Regel auf flüssige Medien und die eigentliche Förderung ausgelegt, während eine Dosierwaage primär die verwogene Menge erfasst. Austragssysteme übernehmen das Entleeren aus Behältern oder Silos, ersetzen aber keine vollständige Rezeptur- oder Mengendosierung. Gegenüber Förderanlagen oder Saugförderanlagen liegt der Schwerpunkt bei Dosieranlagen auf der definierten Mengensteuerung, nicht auf dem reinen Materialtransport.