Aufbau und Funktion von Drahtgliedergurten
Ein Drahtgliedergurt besteht aus einer offenen Metallstruktur, die als endloses Fördermedium in einer Anlage läuft. Die Bauweise schafft eine geringe Auflagefläche und erlaubt gleichzeitig den Durchtritt von Luft, Flüssigkeiten oder Schmutzpartikeln. Dadurch eignen sich solche Gurte für Prozesse, bei denen das Fördergut nicht auf einer geschlossenen Bandfläche liegen soll.
Typische Anwendungen in der Kunststoffverarbeitung
Im Kunststoffbereich werden Drahtgliedergurte dort eingesetzt, wo Formteile, Halbzeuge oder Gebinde während des Transports gekühlt, getrocknet, gewaschen oder visuell geprüft werden. Auch bei Übergaben zwischen Maschinen oder bei Strecken mit erhöhten Temperaturen kann die offene Gurtstruktur zweckmässig sein. Voraussetzung ist, dass Grösse, Form und Gewicht des Förderguts zur gewählten Gurtgeometrie passen.
Ausführungen und Auswahlkriterien
Drahtgliedergurte unterscheiden sich unter anderem in Maschenweite, Drahtstärke, Oberflächenbeschaffenheit, Randausführung und Tragfähigkeit. Je nach Aufgabe kommen offenere oder dichtere Strukturen sowie Ausführungen mit seitlicher Sicherung oder Mitnehmern in Frage. Für die Auswahl sind vor allem Fördergut, gewünschter Durchlass, Reinigungsanforderungen, Temperaturbereich und die Einbindung in die vorhandene Anlagentechnik relevant.
Abgrenzung zu Förderbändern und Förderanlagen
Drahtgliedergurte sind keine vollständigen Förderanlagen, sondern ein spezielles Fördermedium innerhalb der Fördertechnik, Lagertechnik und Transporttechnik. Im Unterschied zu geschlossenen Förderbändern liegt der Schwerpunkt hier auf Durchlässigkeit und offener Struktur. Gegenüber mechanischen oder pneumatischen Förderanlagen bezeichnet der Begriff nicht das gesamte Fördersystem, sondern konkret den Gurt für definierte Transport- und Prozessabschnitte.