Wie Dosierwaagen in Materialflüssen arbeiten
Eine Dosierwaage misst die abgegebene oder zugeführte Masse eines Materials und regelt den Dosiervorgang über das Gewicht. Je nach Ausführung erfolgt die Dosierung kontinuierlich oder chargenweise. Grundlage ist die gravimetrische Erfassung, also die direkte Bestimmung der Materialmenge über die Masse statt über Volumen, Laufzeit oder Fördergeschwindigkeit. Das ist vor allem bei Schüttgütern relevant, deren Schüttdichte schwankt.
Einsatz in der Kunststoffverarbeitung
Im Kunststoffbereich werden Dosierwaagen dort verwendet, wo Rohstoffe exakt gemischt oder in definierter Menge zugeführt werden müssen. Typische Anwendungen sind die Aufgabe von Kunststoffgranulat, Rezyklat, Pulver oder Additiven an Verarbeitungsmaschinen und an vorgelagerte Materialaufbereitung. Auch bei zentralen Förder- und Versorgungslösungen werden sie eingesetzt, wenn Materialströme überwacht und mengenbezogen dosiert werden sollen.
Ausführungen nach Dosierprinzip und Materialart
Dosierwaagen gibt es für diskontinuierliche Chargendosierung und für kontinuierliche Massenstromregelung. Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Rieselfähigkeit, Korngrösse, Brückenbildung, Staubanteil und gewünschter Dosiergenauigkeit. In der Praxis werden sie mit unterschiedlichen Austragsorganen, Zuführsystemen oder Behälterkonzepten kombiniert. Bei Mehrkomponentenprozessen können mehrere gravimetrische Dosierstellen zusammenarbeiten, um Rezepturen gewichtsbasiert einzuhalten.
Abgrenzung zu Dosieranlagen, Förderbandwaagen und Dosierpumpen
Dosierwaagen sind innerhalb der Förder-, Lager- und Transporttechnik auf die gewichtsgeregelte Materialaufgabe ausgerichtet. Im Unterschied zu Dosieranlagen bezeichnen sie nicht die gesamte Prozesslösung, sondern die wägetechnische Funktion oder Baugruppe innerhalb eines Dosiersystems. Von Förderbandwaagen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie nicht primär einen laufenden Förderstrom auf einem Band erfassen, sondern definierte Mengen dosieren. Gegenüber Dosierpumpen sind sie für Schüttgüter und feste Materialien einzuordnen, nicht für flüssige Medien.