Materialförderung für zwei getrennte Komponenten
Zweikomponenten-Fördergeräte transportieren zwei unterschiedliche Materialien oder Medien koordiniert zu einem gemeinsamen Prozesspunkt. Die Komponenten bleiben auf separaten Förderwegen geführt, damit Vermischung, Verwechslung oder Rückfluss vermieden werden. Die Übergabe kann direkt an eine Verarbeitungsmaschine, an einen Mischer oder an eine nachgelagerte Dosiereinrichtung erfolgen. Ausgelegt werden solche Geräte nach Materialart, Förderdistanz, Taktung und gewünschter Übergabelogik.
Einsatz in Spritzguss, Extrusion und Materialaufbereitung
In der Kunststoffverarbeitung kommen Zweikomponenten-Fördergeräte dort zum Einsatz, wo zwei Rohstoffströme parallel verfügbar sein müssen. Typische Konstellationen sind Grundmaterial und Zusatzkomponente, Neuware und Mahlgut oder zwei voneinander getrennt zugeführte Granulate. Die Geräte speisen einzelne Maschinen, Inselanlagen oder definierte Prozessschritte in der Materialaufbereitung. Relevant ist dies vor allem dann, wenn beide Komponenten synchron, wiederholbar und ohne manuelle Umfüllschritte bereitgestellt werden sollen.
Förderprinzipien und materialabhängige Ausführungen
Je nach Anwendung arbeiten Zweikomponenten-Fördergeräte pneumatisch, mechanisch oder in Kombination mit nachgelagerten Dosiereinheiten. Die konstruktive Ausführung richtet sich nach Schüttgutverhalten, Korngrösse, Abrieb, Feuchteempfindlichkeit und Entmischungsrisiko. Für frei fliessende Granulate gelten andere Anforderungen als für Pulver, Mahlgut oder empfindliche Additive. Auch die Frage, ob beide Komponenten gleichzeitig, alternierend oder nur prozessabhängig gefördert werden, beeinflusst den Geräteaufbau.
Abgrenzung zu Dosier- und allgemeinen Förderanlagen
Innerhalb der Fördertechnik, Lagertechnik und Transporttechnik sind Zweikomponenten-Fördergeräte auf die koordinierte Handhabung von genau zwei Materialströmen ausgerichtet. Von Dosieranlagen, Dosierwaagen und Dosierpumpen unterscheiden sie sich dadurch, dass der Schwerpunkt auf der Materialzufuhr und nicht auf der exakten Mengenabgabe liegt. Gegenüber Saugförderanlagen, Förderanlagen oder zentralen Granulatförderanlagen sind sie spezifischer auf zwei definierte Komponenten und deren getrennte Führung ausgelegt. Wenn zusätzlich eine Misch- oder Rezepturfunktion verlangt ist, werden sie häufig mit weiterer Dosier- oder Aufbereitungstechnik kombiniert.