Was Logistik-Systeme in der Kunststoffverarbeitung abbilden
Unter Logistik-Systemen werden integrierte Lösungen für den innerbetrieblichen Waren- und Materialfluss verstanden. Dazu gehören Transportwege, Pufferzonen, Lagerplätze, Übergabestationen und die Steuerung der Abläufe zwischen Wareneingang, Produktion, Zwischenlagerung, Verpackung und Versand. In kunststoffverarbeitenden Betrieben beziehen sich solche Systeme je nach Prozess auf lose Materialien wie Granulat oder Pulver, auf Gebinde und Behälter sowie auf geformte oder montierte Teile.
Typische Einsatzbereiche zwischen Rohstoffversorgung und Versand
Ein typischer Einsatzbereich ist die Versorgung von Maschinen und Peripherie mit Rohstoffen aus zentralen oder dezentralen Lagerbereichen. Hinzu kommen innerbetriebliche Transporte von Kisten, Paletten, Formteilen oder Verpackungseinheiten zwischen Produktion, Qualitätsprüfung, Montage und Lager. Auch der Umgang mit Rücklaufmaterial, Leergut, Werkzeugwechseln oder chargenbezogener Bereitstellung kann Teil eines Logistik-Systems sein, wenn diese Abläufe systematisch in den Materialfluss eingebunden werden.
Bausteine und Ausprägungen von Logistik-Systemen
Logistik-Systeme können aus mechanischen oder pneumatischen Förderstrecken, Lagertechnik, Behältermanagement, Identifikation, Wiege- oder Übergabeeinheiten sowie aus softwaregestützter Materialflusssteuerung bestehen. Je nach Aufgabe werden manuelle, teilautomatisierte oder weitgehend automatisierte Abläufe kombiniert. In der Kunststoffbranche sind zudem Schnittstellen zu Dosieranlagen, Trocknung, zentraler Granulatförderung, Verpackung und Produktionsplanung relevant, damit Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitsteht.
Abgrenzung zu einzelnen Foerder- und Lagerkomponenten
Logistik-Systeme sind von einzelnen Produkten wie Förderbändern, Saugförderanlagen, Silos, Bunker-Behältern oder Dosierwaagen zu unterscheiden. Diese Komponenten erfüllen jeweils eine abgegrenzte Funktion, während ein Logistik-System mehrere dieser Elemente zu einem durchgehenden Ablauf verbindet. Auch gegenüber Austragssystemen oder Transportanlagen ist der Fokus breiter: Es geht nicht nur um das Austragen oder Bewegen, sondern um die organisatorische und technische Verknüpfung kompletter Material- und Warenströme.