Was Auslaufhaltung und Freilandhaltung in der Geflügelhaltung beschreibt
Auslaufhaltung und Freilandhaltung bezeichnen Haltungsformen, bei denen der Stall mit einem nutzbaren Aussenbereich verbunden ist. Der Aussenzugang erfolgt in der Regel über Auslaufklappen oder andere geregelte Öffnungen. Neben dem Stall selbst gehören dazu die Wegeführung zwischen Innen- und Aussenbereich, die Verteilung der Tiere über die Fläche sowie Massnahmen zum Schutz vor Nässe, Hitze, Wind und Beutegreifern. In der Betriebsführung müssen auch Hygiene, Flächennutzung und der Zustand des Bodens laufend berücksichtigt werden.
Typische Einsatzkontexte von Stallhaltung mit Aussenzugang
Diese Haltungsformen werden dort eingesetzt, wo neben dem Stall ausreichend nutzbare Aussenflächen zur Verfügung stehen. Relevant ist das vor allem in der Legehennenhaltung, aber auch bei anderen Geflügelarten, sofern Stall, Besatz und Flächenmanagement darauf ausgelegt sind. Der Aussenbereich muss so organisiert sein, dass die Tiere ihn tatsächlich nutzen können und sich nicht nur im stallnahen Bereich konzentrieren. Standort, Witterung, Bodenverhältnisse und Schutzkonzepte beeinflussen, wie der Auslauf im Alltag funktioniert.
Ausprägungen bei Fläche, Stallanbindung und Nutzung
Zwischen einzelnen Systemen gibt es deutliche Unterschiede in der Gestaltung des Aussenbereichs. Dazu gehören befestigte oder unbefestigte Zonen am Stall, bewachsene Flächen, mobile oder feste Stallanlagen sowie unterschiedlich strukturierte Ausläufe mit Unterständen oder natürlichen Deckungsmöglichkeiten. Auch die Organisation des Zugangs variiert, etwa nach Tageszeit, Wetterlage oder betrieblichem Ablauf. Entscheidend ist weniger eine einzelne Bauform als das Zusammenspiel von Tierbestand, Stallstruktur und dauerhaft nutzbarer Aussenfläche.
Abgrenzung zu Bodenhaltung, Kleinvolierhaltung, Käfighaltung und Biohaltung
Innerhalb der Geflügelhaltung unterscheidet sich die Auslaufhaltung und Freilandhaltung vor allem durch den Zugang ins Freie. Die Bodenhaltung ist in erster Linie eine Stallhaltungsform ohne zwingenden Aussenzugang. Die Kleinvolierhaltung organisiert Bewegung und Nutzung des Stalls über mehrere Ebenen, bleibt aber ebenfalls vorwiegend ein Innensystem. Die Käfighaltung grenzt sich durch die deutlich stärkere räumliche Begrenzung der Tiere ab. Die Biohaltung ist keine reine Haltungsform, sondern ein umfassenderes Produktionssystem mit zusätzlichen Vorgaben; Auslauf kann darin enthalten sein, ist aber nicht mit Bio gleichzusetzen.