Was Biohaltung in der Geflügelhaltung umfasst
Biohaltung im Bereich Geflügel umfasst die Haltung, Fütterung und Betreuung der Tiere nach festgelegten biologischen Produktionsgrundsätzen. Dazu gehören Anforderungen an die Herkunft und Zusammensetzung des Futters, an die Struktur des Stalls, an Beschäftigungsmöglichkeiten sowie an den Umgang mit Tiergesundheit und Betriebsabläufen. Der Begriff bezieht sich damit nicht nur auf die Unterbringung, sondern auf die gesamte Erzeugung innerhalb eines Bio-Systems.
Anforderungen an Stall, Auslauf und Bestandesführung
In der praktischen Umsetzung betrifft Biohaltung mehrere Ebenen gleichzeitig: den verfügbaren Platz im Stall, den Zugang zu Aussenbereichen, die Einstreu, Sitz- und Ruhebereiche sowie ein Management, das arttypisches Verhalten ermöglicht. Auch Fütterung und Tierbetreuung sind Teil der Vorgaben. Welche Anforderungen im Einzelnen gelten, richtet sich nach der Tierkategorie, dem Produktionszweck und den anwendbaren Richtlinien.
Typische Einsatzbereiche bei Legehennen und Mastgeflügel
Biohaltung kommt in der Geflügelproduktion unter anderem bei Legehennen, Mastgeflügel und in der Aufzucht vor. Je nach Nutzungsrichtung unterscheiden sich Stallkonzepte, Herdenmanagement und Anforderungen an die tägliche Betreuung. Bei Legehennen stehen Nester, Sitzgelegenheiten und Legemanagement im Vordergrund, während in der Mast andere Aspekte wie Besatz, Bewegungsraum und Betreuung des Bestands relevant sind.
Abgrenzung zu Bodenhaltung, Freilandhaltung und Käfighaltung
Innerhalb der Hierarchie Landwirtschaftsbranche > Tierproduktion > Geflügel > Haltung ist Biohaltung eine eigene Kategorie mit weitergehenden Anforderungen als reine Haltungsformen. Bodenhaltung beschreibt vor allem die Unterbringung im Stall, Auslaufhaltung und Freilandhaltung den Zugang nach draussen. Biohaltung kann solche Elemente einschliessen, geht jedoch über sie hinaus, weil auch Fütterung, Betriebsmittel und Produktionsabläufe geregelt sind. Von Käfighaltung und Kleinvolierhaltung unterscheidet sie sich durch ein anderes Systemverständnis und abweichende Anforderungen an die Haltung.