Oberflächenbild und Prozess beim Mattverchromen
Beim Mattverchromen wird Chrom galvanisch auf eine vorbereitete Metalloberfläche abgeschieden, sodass kein hochglänzender Spiegelcharakter entsteht. Die matte Wirkung zeigt sich als diffuse Lichtstreuung und ruhigeres Oberflächenbild. Wie stark dieser Effekt ausfällt, haengt von der Ausgangsoberfläche, der Vorbehandlung und gegebenenfalls von darunterliegenden Schichten ab.
Typische Bauteile mit matter Chromoberfläche
Eingesetzt wird Mattverchromen vor allem für sichtbare Metallteile mit dekorativem Anspruch und reduzierter Reflexion. Typische Beispiele sind Beschläge, Griffteile, Abdeckungen, Gehaeuseteile, Armaturenkomponenten oder Zierteile. Eine matte Ausführung wird auch dann gewählt, wenn Gebrauchsspuren und Fingerabdrücke optisch weniger stark auffallen sollen.
Mattgrade, Vorbehandlung und Schichtaufbau
Die Ausprägung reicht von seidenmatt bis deutlich stumpfer Oberfläche. Je nach Werkstoff und gewünschtem Bild wird die Endwirkung durch Schleifen, Bürsten, chemische Vorbehandlung oder den gewählten Schichtaufbau vorbereitet. In vielen Fällen praegt die Basisoberfläche das spätere Erscheinungsbild stärker als die dünne Chrom-Endschicht selbst.
Abgrenzung zu Hartchrom, Vernickeln und Strukturchrom
Innerhalb des Verchromens gehört Mattverchromen in der Regel zu den dekorativen Ausführungen. Im Unterschied zu Hartverchromen oder Dünnschicht-Hartchrom steht nicht die funktionelle Verschleissschicht für hoch beanspruchte Flächen im Vordergrund, sondern die Optik. Gegenüber Schwarzverchromen ändert sich nicht der Farbton, sondern der Glanzgrad; Strukturverchromen erzeugt zusätzlich eine bewusst reliefartige Oberfläche. Edelmattverchromen wird je nach Anbieter als feiner abgestimmte dekorative Variante geführt, während Glanzvernickeln und Edelmattvernickeln auf Nickel statt auf Chrom basieren.