Was unter mechanischen Oberflächenbehandlungen verstanden wird
Die Leistung umfasst Verfahren, bei denen die Oberfläche nicht primär durch chemische Reaktion oder elektrolytische Metallabscheidung verändert wird, sondern durch mechanische Einwirkung oder prozessbedingten Materialauftrag. Dazu gehören abtragende und glättende Bearbeitungen wie Polieren, Schleifen oder Bürsten, Strahlverfahren wie Glasperlen-, Korund-, Sand- oder Schleuderstrahlen sowie reinigende Prozesse wie Ultraschallreinigen oder mechanisch unterstütztes Reinigen. In vielen Lohnbetrieben werden innerhalb dieser Kategorie auch Beschichtungsverfahren wie Pulverbeschichten, Kunststoffbeschichten, Tauchlackieren oder Einbrennen und Lackieren geführt, wenn der Schwerpunkt auf der Vorbehandlung und dem technischen Auftragsprozess liegt.
Typische Anforderungen an Bauteile und Werkstücke
Mechanische Verfahren werden eingesetzt, wenn Oberflächen geglättet, mattiert, verdichtet, aufgeraut, entgratet oder für weitere Prozessschritte vorbereitet werden sollen. Typische Anwendungsfälle sind das Feinentgraten von Blechteilen, das Angleichen sichtbarer Oberflächen, das Entfernen von Zunder, Rückständen oder Altschichten sowie die Erzeugung eines definierten Erscheinungsbilds. Auch vor nachfolgenden Lackier-, Kleb- oder Beschichtungsarbeiten dient die mechanische Behandlung dazu, die Oberfläche prozessgerecht vorzubereiten. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Werkstoff, Geometrie, Kantenempfindlichkeit, geforderter Rauheit und der gewünschten Stückzahlbearbeitung ab.
Verfahrensgruppen innerhalb der mechanischen Kategorie
Innerhalb dieser Leistungsgruppe lassen sich mehrere Verfahrensarten unterscheiden. Zu den bearbeitenden Verfahren zählen etwa Bürsten, Polieren, Polieren und Schleifen, Trowalisieren oder Kugelpolieren. Strahlverfahren wie Glasperlenstrahlen, Korundstrahlen, Sandstrahlen und Schleuderstrahlen dienen vor allem der Reinigung, Aufrauung oder optischen Vereinheitlichung. Beschichtende Ausprägungen umfassen je nach Anbieter unter anderem Pulverbeschichten, Kunststoffbeschichten, Gummieren, Beschichten, Tauchlackieren, Emaillieren oder Einbrennen und Lackieren. Ergänzend finden sich Sonderverfahren wie Aufmetallisieren, Bedrucken oder Schlämmen, sofern sie in der Oberflächenbearbeitung als eigenständige Lohnarbeit angeboten werden.
Abgrenzung zu chemischen, galvanischen und thermischen Verfahren
Die Kategorie Mechanische ist innerhalb der Oberflächenbehandlungen von chemischen, galvanischen und thermischen Verfahren abzugrenzen. Chemische Oberflächenbehandlungen verändern die Oberfläche vor allem durch Reaktionsprozesse in Bädern oder Medien, galvanische durch elektrolytische Abscheidung metallischer Schichten und thermische Beschichtungsverfahren durch wärmegeführte Auftragstechniken. Mechanische Verfahren setzen dagegen auf Bearbeitung, Strahlwirkung, Reibung, Bewegung von Medien oder apparative Beschichtungsschritte. In der Praxis werden diese Gruppen oft kombiniert, etwa wenn ein Werkstück zuerst gestrahlt oder entgratet und danach chemisch passiviert, galvanisch beschichtet oder thermisch weiterbehandelt wird.