Was Digitalisiermaschinen erfassen
Digitalisiermaschinen nehmen Geometrien in einem Koordinatensystem auf und erzeugen daraus Punktfolgen, Messpunkte oder digitalisierte Flächeninformationen. Je nach Ausführung werden Konturen, Freiformflächen oder komplexe Werkstückformen systematisch abgefahren. Im Unterschied zu Messsystemen, die primär einzelne Masse prüfen, steht hier die geometrische Erfassung eines realen Objekts für Dokumentation, Rekonstruktion oder Datenvergleich im Vordergrund.
Typische Anwendungen in Fertigung und Werkzeugbau
Eingesetzt werden Digitalisiermaschinen unter anderem bei der Erfassung von Mustern, Prototypen, Werkzeugformen, Gussteilen oder bearbeiteten Bauteilen. Typische Anwendungsfälle sind Reverse Engineering, Soll-Ist-Vergleiche, die Digitalisierung vorhandener Geometrien ohne vollständige Konstruktionsdaten sowie die Vorbereitung von Folgeprozessen in Konstruktion und CAM. Auch bei Bauteilen mit freien Formen oder schwer beschreibbaren Konturen sind sie relevant.
Ausführungen mit messendem oder schaltendem Tastkopf
Eine grundlegende Unterscheidung betrifft Systeme mit messendem Tastkopf und Systeme mit schaltendem Tastkopf. Messende Tastköpfe erfassen kontinuierlich oder in dichter Folge Koordinaten entlang einer Oberfläche und eignen sich für detaillierte Flächenaufnahmen. Schaltende Tastköpfe registrieren einzelne Antastpunkte und werden genutzt, wenn definierte Punkte, Konturen oder Referenzgeometrien aufgenommen werden sollen. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von Geometrie, Datendichte und Auswerteaufgabe ab.
Abgrenzung zu anderen Messmaschinen
Digitalisiermaschinen gehören zur übergeordneten Gruppe der Mehrkoordinaten-Messmaschinen, unterscheiden sich jedoch in ihrer typischen Zielsetzung. Gegenüber berührungslosen 2D-Messmaschinen erfassen sie räumliche Geometrien statt primär zweidimensionale Konturen oder Projektionen. Im Unterschied zu handgeführten Koordinatenmessgeräten erfolgt die Aufnahme meist strukturierter und anlagengebunden. Rundlaufmess-Maschinen sind auf rotierende Bauteile und entsprechende Kenngrössen ausgelegt, während Digitalisiermaschinen allgemeine Formdaten digitalisieren. Programmierplätze für Messmaschinen sind keine Messgeräte, sondern Software- und Arbeitsumgebungen zur Vorbereitung von Messabläufen.