Signalverarbeitung und Schaltlogik in der Lüftungstechnik
Steuerungen erfassen Meldungen und Messwerte von Fühlern, Schaltern und Überwachungen und leiten daraus feste Schaltbefehle ab. Typische Funktionen sind Freigaben, Sperren, Umschaltungen zwischen Betriebsarten, Störmeldungen oder Sicherheitsabläufe. Damit Anlagenteile nicht ungeordnet arbeiten, legt die Steuerung fest, in welcher Reihenfolge Komponenten ein- und ausgeschaltet werden dürfen.
Einsatz in zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen
Steuerungen kommen in zentralen Lüftungsgeräten, Teilanlagen für einzelne Zonen und in kompakten Einzelgeräten vor. Sie organisieren den Betrieb nach Zeitplan, Belegung, Anforderung oder Störungszustand und verbinden die Lüftung mit angrenzenden Gewerken wie Heizung, Kälte oder Gebäudeautomation. In Anlagen mit mehreren Luftsträngen stimmen sie Freigaben und Abhängigkeiten zwischen Zu- und Abluft aufeinander ab.
Gerätesteuerungen, Automationsstationen und Einbindung
Je nach Anlagengrösse werden vorkonfigurierte Gerätesteuerungen, modular aufgebaute Automationsstationen oder frei programmierbare Steuerungen eingesetzt. Sie können lokal am Gerät sitzen oder in ein übergeordnetes System eingebunden sein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Zahl und Art der Ein- und Ausgänge, bei Kommunikationsschnittstellen, bei Erweiterungsmöglichkeiten und bei der Bedienung vor Ort oder über Visualisierungssysteme.
Abgrenzung zu Reglern, Thermostaten und Antrieben
Steuerungen sind von Reglern zu unterscheiden: Ein Regler hält einen Sollwert wie Temperatur, Druck oder Volumenstrom innerhalb eines Prozesses, während die Steuerung Betriebszustände und Schaltfolgen vorgibt. Thermostate, Präsenzmelder oder Drucksensoren liefern einzelne Signale an die Steuerung. Stellantriebe und Klappenantriebe setzen deren Befehle mechanisch um, Frequenzumrichter beeinflussen die Motordrehzahl und Überwachungssysteme melden Zustände oder Störungen.