Was unter Filtermedien in der Luftreinhaltung verstanden wird
Filtermedien sind Materialien, durch die ein Gasstrom geführt wird, damit Partikel oder andere Stoffanteile aus dem Strom entfernt werden. Je nach Verfahren erfolgt die Trennung an der Oberfläche, in der Tiefenstruktur des Mediums oder durch zusätzliche physikalische und chemische Effekte. In Luftreinhaltungsanlagen bestimmen Filtermedium und Anlagenkonzept gemeinsam, wie sich Druckverlust, Standzeit, Reinigbarkeit und Abscheideverhalten im Betrieb verhalten.
Typische Anwendungen in Abluft- und Entstaubungsanlagen
Eingesetzt werden Filtermedien unter anderem in industriellen Entstaubungsanlagen, bei der Erfassung von Prozessabluft, in Lüftungs- und Abluftsystemen sowie in mehrstufigen Reinigungsanlagen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo Stäube, Fasern, Rauchbestandteile, Nebel oder andere luftgetragene Stoffe aus dem Volumenstrom entfernt werden sollen. Die konkrete Ausführung hängt davon ab, ob trockene Partikel, feuchte Belastungen, klebrige Stoffe oder chemisch beanspruchte Abluft vorliegen.
Materialien, Bauformen und Auswahlkriterien
Filtermedien liegen je nach Anlage als Gewebe, Vlies, Nadelfilz, poröse Strukturen oder spezialisierte Verbundmaterialien vor. Ausgewählt werden sie unter anderem nach Partikelcharakteristik, Temperatur, Feuchte, chemischer Beständigkeit, mechanischer Belastung und Reinigungsverfahren. Ebenfalls relevant sind die gewünschte Standzeit, der zulässige Druckverlust sowie die Frage, ob das Medium regenerierbar, austauschbar oder für einen diskontinuierlichen Betrieb vorgesehen ist.
Abgrenzung zu Filterhilfsmitteln und anderem Anlagenzubehör
Filtermedien sind nicht mit Filterhilfsmitteln gleichzusetzen. Während das Filtermedium die eigentliche Trennschicht bildet, werden Filterhilfsmittel ergänzend eingesetzt, etwa um Filtrationseigenschaften oder den Schichtaufbau zu beeinflussen. Ebenfalls davon zu unterscheiden sind Stützkörbe und Stützrahmen als tragende Bauteile sowie Katalysatoren, die Stoffe umsetzen statt sie primär mechanisch oder physikalisch abzuscheiden.