Funktion von Kunststoffkanälen in Luftreinhaltungsanlagen
Kunststoffkanäle verbinden Anlagenteile wie Erfassungspunkte, Ventilatoren, Abscheider, Wäscher oder Ausblasstrecken. Sie leiten belastete oder behandelte Luftströme kontrolliert durch die Anlage und müssen dabei auf Medium, Temperatur, Druckverhältnisse und chemische Beanspruchung abgestimmt sein. In der Luftreinhaltung werden sie häufig als Teil einer durchgängigen Abluftführung mit Formstücken, Übergängen, Revisionsöffnungen und Anschlussstellen ausgeführt.
Typische Einsatzbereiche bei korrosiver oder belasteter Abluft
Kunststoffkanäle kommen vor allem bei Abluft aus chemischen Prozessen, Oberflächenbehandlung, Laborbereichen, Nassabscheidung oder anderen Verfahren mit korrosiven Bestandteilen zum Einsatz. Sie eignen sich für Anlagen, in denen metallische Kanäle durch Feuchte, Kondensate oder chemische Reaktionen stärker beansprucht würden. Auch bei dezentralen Erfassungssystemen mit mehreren Einleitstellen werden Kunststoffkanäle genutzt, um belastete Luftströme zu sammeln und einer Behandlungsstufe zuzuführen.
Ausführungen, Formteile und technische Auswahlkriterien
Je nach Anlagenkonzept werden Kunststoffkanäle in runder oder rechteckiger Form sowie mit Bögen, Abzweigen, Reduktionen, Flanschen und Sonderbauteilen ausgeführt. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Querschnitt, Strömungsgeschwindigkeit, Dichtheitsanforderung, chemischer Beständigkeit und den Platzverhältnissen der Anlage. In einzelnen Anwendungen sind zusätzlich ableitfähige oder besonders medienbeständige Ausführungen relevant. Die konkrete Ausführung wird deshalb nicht nur über den Kanalquerschnitt, sondern über das Zusammenspiel von Medium, Betriebsbedingungen und Einbausituation bestimmt.
Abgrenzung zu Rohrleitungen und anderem Anlagenzubehör
Innerhalb des Anlagenzubehörs sind Kunststoffkanäle von Rohrleitungen abzugrenzen: Kanäle werden typischerweise für Luft- und Gasströme mit grösseren Querschnitten in der Abluftführung eingesetzt, während Rohrleitungen häufiger für flüssige Medien oder druckgeführte Systeme verwendet werden. Gegenüber Ventilatoren übernehmen Kunststoffkanäle keine Förderung, sondern die geführte Leitung des Mediums. Von Kompensatoren unterscheiden sie sich dadurch, dass diese Bewegungen, Schwingungen oder thermische Längenänderungen aufnehmen, während der Kanal selbst den Strömungsweg bildet.