Wie Staub-Agglomerierung den Partikelstrom verändert
Bei der Staub-Agglomerierung werden feine Einzelpartikel gezielt zur Zusammenlagerung gebracht. Dadurch steigt die effektive Partikelgrösse, was die nachfolgende Abscheidung, den Austrag oder die Weiterförderung erleichtern kann. Die Zusammenlagerung kann durch eingebrachte Medien, durch geeignete Strömungsführung oder durch prozessbedingte Wechselwirkungen unterstützt werden. Entscheidend ist, dass die Agglomerate unter den jeweiligen Betriebsbedingungen stabil genug bleiben.
Einsatzfälle in Abluft- und Staubbehandlungssystemen
Staub-Agglomerierung wird dort eingesetzt, wo sehr feine oder leicht schwebefähige Partikel im Gasstrom problematisch sind. Typische Kontexte sind vorgelagerte Prozessschritte vor der Abscheidung sowie Übergänge zwischen Abscheider, Austrag und Staubförderung. Sie kann auch sinnvoll sein, wenn Staub bei Materialübergaben oder im Austrag wieder dispergiert. Ob der Einsatz geeignet ist, hängt unter anderem von Staubbeladung, Feuchte, Temperatur und dem Verhalten des Materials im Betrieb ab.
Verfahrensformen und relevante Auslegungsgrössen
Je nach Prozess kommen trockene, feuchte oder kombinierte Formen der Agglomerierung in Frage. Bei feuchten Verfahren wird die Partikelbindung durch Flüssigkeiten oder Aerosole unterstützt, während trockene Ansätze ohne zusätzliche Befeuchtung arbeiten. Für die Auslegung sind Partikelgrössenverteilung, Staubkonzentration, Hygroskopie, zulässiger Feuchteeintrag und die Anforderungen der nachgeschalteten Stufe massgebend. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Reinigbarkeit, Anbackungsneigung und die spätere Entsorgung oder Verwertung des abgeschiedenen Staubs.
Abgrenzung zu Filtermedien, Düsen und Staubförderungsanlagen
Staub-Agglomerierung verändert die Eigenschaften des Staubs vor oder zwischen anderen Verfahrensschritten. Sie ersetzt weder Filtermedien noch eigentliche Abscheider, sondern bereitet den Partikelstrom für diese Stufen auf. Düsen können dabei ein technisches Mittel innerhalb eines Agglomerierungsverfahrens sein, sind aber nicht mit der Leistung selbst gleichzusetzen. Staubförderungsanlagen und Zellenradschleusen übernehmen den Materialtransport beziehungsweise Austrag, während die Agglomerierung auf die Partikelbildung im Gasstrom oder im Übergabebereich zielt.