Behandlung belasteter Kondensate aus Abluft- und Abgasprozessen
In Anlagen der Luftreinhaltung entsteht Kondensat, wenn gasförmige Bestandteile abgekühlt, ausgewaschen oder abgeschieden werden. Dieses Kondensat kann Partikel, Salze, saure oder alkalische Bestandteile sowie organische Verunreinigungen enthalten. Kondensat-Reinigungsanlagen erfassen diese Flüssigkeitsströme und führen je nach Belastung eine physikalische, chemische oder kombinierte Aufbereitung durch. Ziel ist eine definierte Weiterbehandlung, Rückführung in den Prozess oder geregelte Ableitung.
Typische Anfallstellen in lufttechnischen Verfahren
Solche Anlagen werden dort eingesetzt, wo in Abluft- oder Abgasstrecken regelmässig Kondensat entsteht. Dazu gehören unter anderem Gaswäscher, Kondensationsstufen, Kühler, Entfeuchtungsaggregate und nachgeschaltete Reinigungsstufen. Auch bei Prozessen mit stark schwankender Feuchte oder temperaturbedingter Kondensatbildung ist eine separate Aufbereitung des anfallenden Kondensats erforderlich. Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern vor allem die stoffliche Belastung des Flüssigkeitsstroms.
Verfahrensschritte je nach Zusammensetzung des Kondensats
Kondensat-Reinigungsanlagen werden anhand der vorhandenen Stoffe und der geforderten Reinigungsleistung konzipiert. Je nach Anwendung kommen Abscheidung von Feststoffen, Neutralisation, Filtration, Öl- und Phasentrennung, Adsorption oder weitere Aufbereitungsschritte in Betracht. In vielen Fällen bestehen die Systeme aus mehreren hintereinander geschalteten Stufen, weil ein einzelnes Verfahren die gesamte Belastung nicht ausreichend erfasst. Auch Mess-, Sammel- und Dosierfunktionen können Teil der Anlage sein, wenn die Kondensatqualität stark variiert.
Abgrenzung zu anderem Anlagenzubehör in der Luftreinhaltung
Kondensat-Reinigungsanlagen gehören innerhalb der Luftreinhaltung zum Anlagenzubehör, zu Hilfsgeräten und Hilfsmitteln, weil sie die Hauptanlage um eine notwendige Flüssigkeitsbehandlung ergänzen. Im Unterschied zu Filtermedien, Katalysatoren oder Düsen reinigen sie nicht den Gasstrom selbst, sondern den dabei entstehenden Kondensatstrom. Von Rohrleitungen, Ventilatoren oder Steuerungen unterscheiden sie sich durch ihre verfahrenstechnische Funktion der Stofftrennung und Aufbereitung. Gegenüber Zuträgern wie Korrosionsschutz oder Kompensatoren stehen hier nicht Schutz- oder Verbindungselemente, sondern die Behandlung eines belasteten Prozessmediums im Vordergrund.