Wie Dosier-Mischanlagen für Silikon arbeiten
Die Anlage übernimmt die Materialzufuhr, die Dosierung der einzelnen Komponenten und die Vermischung vor dem Austrag. Typische Baugruppen sind Materialbehälter oder Gebindeanbindung, Dosiereinheiten, Mischsystem, Förderleitungen und Steuerung. Bei silikonhaltigen Medien ist die Abstimmung auf Viskosität, Reaktivität und Verarbeitungszeit relevant. Je nach Prozess erfolgt die Mischung kontinuierlich oder unmittelbar vor dem Auftrag.
Einsatz bei Verguss-, Dicht- und Formprozessen
Solche Anlagen werden in Anwendungen eingesetzt, bei denen Silikon als Vergussmasse, Dichtstoff, Kleb- oder Formmaterial verarbeitet wird. Typisch sind Produktionsschritte mit wiederkehrenden Mengen, reproduzierbaren Mischverhältnissen und definiertem Materialaustrag. In der Kunststoffbranche betrifft das unter anderem Serienprozesse mit Inline-Dosierung sowie Arbeitsplätze für dosierte Einzelaufträge. Auch bei empfindlichen Bauteilen oder konturgeführten Aufträgen ist eine gleichmässige Materialbereitstellung relevant.
Auslegung nach Silikontyp und Mischverfahren
Die technische Ausführung hängt davon ab, ob niedrigviskose, pastöse oder gefüllte Silikonsysteme verarbeitet werden. Unterschiede ergeben sich zudem aus der Anzahl der Komponenten, der Gebindegrösse, dem gewünschten Austragsdruck und der Art des Mischers. Je nach Material kommen statische oder dynamische Mischverfahren in Frage. Ergänzend können Funktionen wie Materialtemperierung, Entlüftung, Restmengenmanagement oder eine Anbindung an Dosierköpfe und Robotik vorgesehen sein.
Abgrenzung zu anderen Anlagen im Bereich Dosieren und Mischen
Dosier-Mischanlagen für Silikon sind auf die Verarbeitung von Silikonmedien ausgelegt und unterscheiden sich damit von allgemeinen Dosiergeräten oder gravimetrischen Dosier- und Mischsystemen für Granulate, Pulver oder Farbzugaben. Im Unterschied zu Abfüllmaschinen und Abfüllwaagen steht nicht das Verpacken, sondern das prozessnahe Aufbereiten und Austragen des Materials im Vordergrund. Gegenüber Mischern wie Butterflymischern, Horizontalmischern oder Knetmaschinen arbeiten sie nicht als klassische Chargenmischer für lose oder hochvolumige Massen. Von allgemeinen Zweikomponenten Dosier-Mischanlagen grenzen sie sich durch den spezifischen Bezug auf Silikon und die dafür typische Materialführung ab.