Funktionsprinzip beim trockenen Mischen von Schüttgütern
Beim Taumelmischer wird das Mischgut in einem geschlossenen Behälter durch Dreh- und Kippbewegungen immer wieder umgelagert. Dadurch entstehen fortlaufende Fall- und Gleitbewegungen, die eine Durchmischung ohne intensive mechanische Beanspruchung ermöglichen. Das Verfahren eignet sich vor allem für frei fliessende Materialien, bei denen keine starke Zerkleinerung, Dispergierung oder plastische Verformung erforderlich ist.
Typische Anwendungen in der Kunststoffbranche
Im Kunststoffumfeld kommen Taumelmischer für das Vorvermischen von Neuware, Rezyklat, Mahlgut, Pulveranteilen oder Additiven in trockener Form in Frage. Sie werden dort eingesetzt, wo Chargen vor nachfolgenden Prozessen wie Extrusion, Spritzguss oder Compoundierung vereinheitlicht werden sollen. Auch bei empfindlichen Materialien kann die schonende Bewegung vorteilhaft sein, wenn Kornform oder Oberflächen möglichst wenig verändert werden sollen.
Bauformen und prozessrelevante Merkmale
Taumelmischer werden in unterschiedlichen Behältergeometrien und Chargengrössen ausgeführt. Je nach Auslegung beeinflussen Füllgrad, Mischdauer, Behälterform und die Fliesseigenschaften des Materials das Ergebnis. Für die Praxis sind zudem Entleerung, Reinigung, Materialwechsel und eine reproduzierbare Chargenführung relevant, insbesondere wenn verschiedene Rezepturen oder farbige Materialien verarbeitet werden.
Abgrenzung zu anderen Mischsystemen
Innerhalb der Kategorie Dosieren und Mischen gehören Taumelmischer zu den Chargenmischern für trockene Schüttgüter. Sie unterscheiden sich von Schnellmischern, Dispergiermaschinen oder Knetmaschinen dadurch, dass sie keine hohe Scherenergie in das Material eintragen. Gegenüber Horizontalmischern oder Mehrwellenmischern steht weniger die intensive Werkzeugbewegung im Vordergrund, sondern die schonende Umlagerung des gesamten Mischguts. Von Dosiersystemen und gravimetrischen Mischsystemen sind sie abzugrenzen, weil diese primär die mengenmässige Aufgabe steuern und nicht das eigentliche Mischprinzip beschreiben.